Theater

„Gefährten“ im Theater des Westens

Joey-und-Topthorn-London_Prio-1_Copyright-Brinkhoff_MoegenburgDie neue Stage-Produktion „Gefährten“, ein Erfolgsimport vom Londoner Westend, erzählt eine recht schwulstige Freundschafts- und Erste-Weltkriegsgeschichte um einen englischen Jungen und seinen treuen Hengst. Dass die Show Spaß macht, liegt vor allem an den südafrikanischen Puppenspielern der Handspring Puppet Company, die das edle Jagdpferd Joey und seine Artgenossen lebensgroß und detailgetreu aus leichtem Bambusrohr mit transparenter Textil-Überspannung auf die Bühne bringen. Drei Spieler verschwinden in der Bühnenadaption des britischen Kinderbuch-Bestsellers „War Horse“ unter dem Gehäuse und lassen Joey traben, sprinten, schwer atmen oder mühselig einen Ackerpflug schleppen, dass es eine Freude ist.  

Die Story und die Dialoge (deutsche Fassung: John von Düffel) der menschlichen Figuren, u. a. mit Heinz Hoenig als trunksüchtiger Vater des Pferdejungen, sind sehr vorhersehbar. Dafür entschädigen die Bildreize der britischen Jungregisseurin Polly Findlay etwa mit Kriegstableaus. Verbunden mit einer reduzierten Bühne, die auf Lichtregie und Projektionskunst setzt, gelingt ein schönes Stück Theatermagie und Puppentheater-Poesie.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Stage Entertainment / Brinkhoff Moegenburg

tip-Bewertung: Annehmbar

Gefährten Theater des Westens, Mi 18.30 Uhr; Di, Do, Fr, 19.30 Uhr; Sa 14.30, 18.30 Uhr; So 14.30 Uhr, Karten-Tel. 31 90 30

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