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Gelungen: Christoph Hagels „Cosi fan tutte“ im E-Werk

Cosi-fan-tutte_im_EwerkSo schön die Musik, so trist die Geschichte: Zwei eigentlich glück­lich verliebte Paare betrügen einander bei der erstbesten Gelegenheit aufgrund einer Wette. Die Männer hüpfen just mit den Frauen aus der jeweils anderen Beziehung in die Federn. Zum bösen Schluss kann keiner mehr keinem vertrauen, und mit der großen Liebe ist es auch vorbei. In seiner eigenen Inszenierung hat der Dirigent Christoph Hagel aus Wolfgang Amadeus Mozarts ernüchternder Oper im E-Werk eine beschwingt gelungene, überaus komische TV-Hochzeitsshow gemacht.

Cosi-fan-tutte_im_EwerkDurch die führt ein halbseidener Moderator, den Alfred Biolek – „Is’ ja doll“ – mit süffiger Ironie zelebriert. Zwischen dem weißen Kan­didatensofa auf und dem weißen Lotterbett hinter der Bühne erkennen die Paare, die in Hagels Opernfassung eher schlichte Gemüter sind, schmerzhaft ihre ungestillten Sehnsüchte, ob das ein Porsche, guter Sex oder eigene Kinder sind. Ziemlich amüsante Filmchen erweitern das Geschehen im Fernsehstudio durch Einblicke in Schlafzimmer oder Fantasiewelten der vier – und bebildern ein fulminant überraschendes und originelles, außerdem ungewohnt frauenfreundliches Finale. Die putzmunteren Sänger und das zuverlässige Orchester spielen beherzt auf, die Inszenierung hat trotz einiger Niedrigkeiten hinreißenden Schwung und Charme. Völlig zu Recht zitierte Peter Raue bei der Premierenfeier Brecht: „Es geht auch anders / doch so geht es auch.“

Text: Irene Bazinger
Fotos: Oliver Wia

(tip-Bewertung: Sehenswert)

Termine: Cosм fan tutte im E-Werk

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

 

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