Kommentar

„Gute Wahl“ von Peter Laudenbach

Bei Präsidentschaftswahlen kann ja leicht etwas schief gehen. Das Ergebnis wird bekanntgegeben, man reibt sich die Augen und hat das Gefühl, in einem Alptraum zu leben. Aber zumindest die Wahl des neuen Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins ging erfreulich aus.

Peter Laudenbach

Der Deutsche Bühnenverein ist zwar etwas kleiner als Washington, aber er ist die wichtigste Interessensvertretung der deutschen Theater. Er verhandelt zum Beispiel die bescheidene Mindestgage (derzeit magere 1850 Euro brutto im Monat) und hilft Politikern immer wieder mal dabei, Lösungen zu finden, die Sparten- und Theaterschließungen vermeiden.
Im Januar wählten die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins Ulrich Khuon, den Intendanten des Deutschen Theaters, zu ihrem neuen Präsidenten. Das ist eine gute Wahl. Khuon ist keiner der Groß-Intendanten, die sich ausschließlich für ihr eigenes Theater und die Pflege des eigenen Star-Status interessieren. Er ist einer der kenntnisreichsten Theatermanager des Landes und hat sich im und mit dem Bühnenverein immer wieder für durch Finanznöte und ignorante Kulturpolitiker bedrohte kleine Bühnen eingesetzt. Und er verteidigt das angeblich altmodische, in Wirklichkeit ungemein bewegliche, offene und schlanke Modell des Ensemble- und Repertoiretheaters. Zu befürchten ist, dass er in dieser Funktion in den kommenden Jahren viel zu tun haben wird.

Mehr über Cookies erfahren