Theater

„Hate Radio“ im HAU 2

Hate-RadioWie die Hörer in Ruanda an den Hass gewöhnt werden und daran, die Tutsi-Minderheit als gefährlich, minderwertig, ekelhaft, als eine Art Ungeziefer zu empfinden. Als es im Frühjahr 1994 so weit war, nahmen die Radiohörer aus dem Stamm der Hutu ihre Macheten, Küchenmesser, Sicheln oder Hämmer und schlachteten ihre Tutsi-Nachbarn einfach ab. Propaganda tötet. Es dürfte einer der effektivsten Genozide der jüngeren Geschichte sein: Zwischen 800.000 und 1.?000.?000 Ermordete in gut drei Monaten, ein Völkermord mit der Machete, handmade sozusagen. Vor einiger Zeit hat Hans-Werner Kroesinger diesem Massaker, bei dem der Westen desinteressiert zuschaute, im HAU einen klug montierten Dokumentar-Theaterabend gewidmet. Jetzt untersucht ein neues Stück im HAU 2, Buch und Regie: Milo Rau, die unheilvolle Rolle des Hass-Radios. Das HAU bleibt das Zentralorgan zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Daniel Seiffert

Hate Radio HAU 2, 1.?–?4.12., 20 Uhr

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