• Kultur
  • „Heavy ?New Year“ von Peter Laudenbach

Kultur

„Heavy ?New Year“ von Peter Laudenbach


2015 war in vielerlei Hinsicht ein fürchterliches Jahr. Bert Neumann ist gestorben, mit 54 Jahren, an einem Asthmaanfall. Ein Jugendfreund von mir wurde im Bataclan in Paris erschossen. Luc Bondy ist gestorben. Ein dilettierender Kulturstaatsekretär hat das Ende der Ära Castorf an der Volksbühne beschlossen, um das berühmteste Theater des Landes einem theaterfernen Museumsmanager anzuvertrauen. Der einstige HAU-Chef und jetzige Intendant der Münchner Kammerspiele Mattias Lilienthal verkündet öffentlich, gute Sozialarbeit sei ihm lieber als schlechtes Theater. Mir persönlich ist ja gutes Theater lieber als schlechtes Theater, aber da mögen die Geschmäcker verschieden sein. Auch sonst hat das vergangene Jahr nicht mit Zumutungen gespart: Wildgewordene Rechtskonservative wollten der Schaubühne verbieten lassen, sie und ihresgleichen in Falk Richters Inszenierung „Fear“ anzugreifen. Wenn das so weitergeht, verlangt die AfD demnächst noch ein eigenes National-Theater. Aber es gab 2015 auch gute Nachrichten: Claus Peymanns Vertrag am Berliner Ensemble wurde nicht verlängert und läuft 2017 aus. Das ist zwar etwa 17 Jahre zu spät, aber besser spät als nie. 2016 kann nur besser werden als dieses deprimierende 2015. Oder auch nicht.

Mehr über Cookies erfahren