Kommentar

„Heitere Gerüchte“ von Peter Laudenbach

Das Volksbühnen-Desaster kontaminiert derzeit so ziemlich alle Theater-Foyer-Gespräche. Darüber, wer weshalb wahlweise Dercon oder seine Kritiker oder die lustigen Besetzer oder alle zusammen unerträglich findet, wurde längst alles gesagt

Peter Laudenbach

Während Unermüdliche noch ein paar Wiederholungsschleifen drehen, geht man woanders zum munteren Spekulieren über. Wie will sich Dercon nach diesem interessanten Spielzeitbeginn als Intendant halten (und in welcher Situation glaubt er, sich zu befinden)? Wenn Dercon und der Kultursenator den Besetzern so großzügig den Grünen Salon überlassen wollten, und wenn Ulrich Khuon, der DT-Intendant, das für eine gute Idee hält, welche Räumlichkeiten überlässt Khuon dann Leuten, die auf die Idee kommen im Namen des Tierschutzes, des christlichen Abendlandes oder des Weltfriedens sein Theater zu besetzen? Bekommen sie sein Büro oder die Kantine? Und wer wird eigentlich Nachfolger von Dercon und der heiteren „kollektiven Intendanz“?
Glaubt man den Gerüchten, könnte es langsam eng werden in den Startlöchern zum künftigen Rennen um den Volksbühnen-Thron, so viele Interessenten laufen sich angeblich warm. X behauptet, dass Sasha Waltz und ­Jochen Sandig unbedingt die Volksbühne übernehmen wollen, so als Ergänzung zu Radialsystem und Staatsballett (aber X mochte die beiden noch nie). Y ist sicher, dass Amelie Deufl­hardt um den Job baggert (aber woher will Y das wissen?). Z meint, dass Sebastian Hartmann sich für den idealen Castorf-Epigonen-Nachfolger hält (aber Z kennt Hartmann eigentlich gar nicht). Es bleibt lustig, es bleibt ein Elend.

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