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„Hello I’m Johnny Cash“ mit Gunter Gabriel im Renaissance Theater

Das hätte auch gut gehen können: Ein Sänger, vom Aufstehen und Fallen im eigenen Leben gezeichnet, spielt sein Vorbild – einen Sänger, den das Aufstehen und Fallen posthum zur Legende machte. Gunter Gabriel (68) setzt sich die Perücke auf und lässt das Leben von Johnny Cash (gestorben mit 71) Revue passieren. Vornehmlich durch dessen Songs, denn das Buch, das Regisseur Volker Kühn geschrieben hat, sei zwar toll, so Gabriel, aber so viel Text kann er sich einfach nicht merken.

Wenn der Hamburger mit einer locker-versierten Band „Ring of Fire“, „Five Feet High and Rising“ oder „Walk the Line“ singt, schwingt viel Herzblut mit, aber leider auch ein grässliches „ti-eitsch“. Man gerät so eigentlich nie in die Verlegenheit, Darsteller und Rolle zu verwechseln. Vielleicht auch, weil Gabriel einfach kein Schauspieler ist. Seine aufrecht vorgetragene Ehrfurcht für den Man in Black fördert noch die Betulichkeit von „Hello I’m Johnny Cash“. Der bärige Mann erstarrt sichtbar, wenn er am Text – oder ist es ein Teleprompter – kleben muss. Sehr viel agiler kommt da die Musical-gestählte Helen Schneider in der Rolle der Cash-Gattin June Carter daher. Als quirlig mädchenhafte Country-Pomeranze wirkt sie authentischer als in ihren üblichen Diven-Posen. Am Ende ist der Abend dann aber doch vornehmlich ein Konzert, bei dem Gunter Gabriel Lieder von Johnny Cash spielt – nur eben ohne die Ausgelassenheit, die entstehen kann, wenn man Künstler ohne Drehbuch auf die Bühne lässt.    

Text: Hagen Liebing

tip-Bewertung: Zwiespältig

Termine: Hello I’m Johnny Cash ?
im Renaissance Theater 
Tel. 312 42 02

http://www.renaissance-theater.de/

 

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