Theater

In der Republik des Glücks

Die beiden Töchter im Teenager-Alter liefern sich ein unentwegtes Zicken-Duell, die eine ist schwanger, die andere zerfressen von Eifersucht. Mom und Dad hassen sich inbrünstig, und die Großeltern scheinen überhaupt der Ursprung des Problems zu sein, Opa ein Lügner und Betrüger, der sich von seiner berufstätigen Frau zeitlebens hat aushalten lassen. Doch es kommt noch schlimmer in Gestalt von Onkel Bob, der in dieses kleine Fest des Unfriedens platzt. Draußen im Auto wartet seine Frau Madeleine, für die Bob als Bote und Sprachrohr fungiert. Und was sie ihm zu sagen aufgetragen hat, besitzt den Charme einer Neutronenbombe.

Republik des GlücksDer erste Teil von Martin Crimps neuestem Stück ist ein hochpotenziertes Familienfiasko, das sämtliche Lügen und Leichen im privaten Keller ohne Umschweife zum Tanzen bringt. Im zweiten Teil wechselt das Genre in einen Diskurs über „die fünf wesentlichen Freiheiten des Individuums“. Dazu gehört als erste Freiheit, „das Skript meines eigenen Lebens zu schreiben“ ebenso wie „die Freiheit, ein furchtbares Trauma zu erleiden“. Ein solches Trauma erleidet Onkel Bob, der hörige Ehemann und Rezitationssklave von Madeleine, im dritten Teil. Er fürchtet, verlassen zu werden und bangt um seinen Platz in der Republik des individuellen Glücks, das sich in seiner Zwanghaftigkeit als Terrorregime entpuppt.

Deutschsprachige Erstaufführung 28. November 2013
in den Kammerspielen


Regie: Rafael Sanchez


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