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Interview mit dem Musical-Star Cusch Jung

Interview mit dem Musical-Star Cusch Jung

tip Herr Jung, wie aufgeregt sind Sie so kurz vor der Berlin-Premiere von „Mamma Mia“?
Cusch Jung Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, Lampenfieber gegen Professionalität einzutauschen. Im Ernst: Ich bin begeistert und freue mich, bin aber nicht so aufgeregt, dass ich Angst hätte, auf die Bühne zu gehen.

tip Gibt es einen Unterschied zur Hamburger Inszenierung?
Cusch Jung Ja, im Bühnenbild hat sich etwas verändert. An der Elbe wurden die Kulissen der Häuser elektrisch bewegt. Das werden hier die Bühnenarbeiter machen. Das hat etwas sehr authentisches: Man sieht, dass Theater von Menschen, von der Hand gemacht wird. Die Umbauten wurden ja schon immer vom Ensemble gemacht, d.h. die Schauspieler tragen die Requisiten auf die Bühne. Das Stück hat sich nicht verändert, die Musik sowieso nicht.

tip Die Musik bildet quasi das Herzstück. Sind Sie selbst ABBA-affin?
Cusch Jung Ich bin zwar Jahrgang 1958 und habe die Musik mitbekommen, war aber nie Fan. Ich spielte in einer Band, die Folk-Rock а la Crosby, Stills, Nash & Young machte. Das moderne Arrangement der ABBA-Hits lässt mich jedoch auch nach über 700 Vorstellungen begeistert mitwippen.

tip Sie spielen nicht nur, sondern inszenieren selbst. Hier in Berlin unter anderem am Hansatheater und der Tribüne . Zwei Häuser, die es mittlerweile nicht mehr gibt …
Cusch Jung Es gibt viele Theater in Berlin. Aber wenn ich die Otto-Suhr-Allee entlang fahre, sehe ich mit Entsetzen, dass die Tribüne abgerissen wird, was in der Hauptstadt-Presse überhaupt nicht thematisiert wird. Das Haus stand ein paar Jahre leer. Man hat so lange gewartet, bis kein Hahn mehr danach kräht, und reißt das traditionsreiche Theater nun zugunsten eines Neubaus in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ab.

tip Ähnlich verhält es sich mit dem Clubsterben. Institutionen müssen Eigentumswohnungen weichen.
Cusch Jung Das ist sehr bedauerlich. Ich lebe zwar nach dem Wahlspruch: „Das Einzige, was beständig bleibt, ist die Veränderung.“ Aber ich finde es sehr traurig, wenn Theater oder Clubs schließen müssen, weil sich Investoren mit Bauvorhaben hohe Gewinne versprechen. Das wird auf lange Sicht der Stadt nicht zuträglich sein.

tip Wo befindet sich denn Ihr Lieblingsort in Berlin?
Cusch Jung Ich bin 1984 nach Berlin gezogen und zwar nach Charlottenburg. Dort lebe ich noch immer und im nahe gelegenen Schlosspark entspanne ich beim Spaziergang.

Interview: Ronald Ehlert

Foto: Stage Entertainment

Mamma Mia! im Stage Theater des Westen (Infos, Karten und Termine)

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