• Kultur
  • Interview mit Eva Meckbach

Kultur

Interview mit Eva Meckbach

Interview mit Eva Meckbach

tip Frau Meckbach, man kennt Sie als Schauspielerin und jetzt veranstalten Sie einen Liederabend. Wie kam es dazu?
Eva Meckbach Ich wollte das eigentlich schon immer machen. Mit „immer“ meine ich, seit ungefähr zehn Jahren. Ich habe schon vor der Schauspielschule mit verschiedenen Leuten musiziert und bin auch öfters aufgetreten. Als ich 2006 an die Schaubühne kam, kam mir sofort die Idee, einen Liederabend zu gestalten. Aber es war nie Zeit da. Ich hätte dafür auf eine attraktive Rolle verzichten müssen. Aber ich wollte ja spielen.

tip Wo lag dann der Knackpunkt?
Eva Meckbach Letztes Jahr war es dann so, dass ich dachte: „Wenn ich jetzt eine Produktion weniger habe, dann realisiere ich meinen Liederabend.“ Im Rahmen der Produktion „Viel Lärm um nichts“, bei der wir ja auch viel live singen, waren zwei Musiker dabei, die mit uns die Songs geprobt haben, Claus Erbskorn und Thomas Witte, genannt Willi. Ich habe Willi und Claus danach angeschrieben und gefragt: „Leute, wollen wir nicht weitermachen?“ Und dann haben beide sofort geantwortet: „Yo, machen wir!“

tip Was erwartet die Zuschauer an Ihrem Abend?
Eva Meckbach Ich schreibe selber Songs, aber ich bin noch nicht so weit, um damit einen ganzen Abend bestreiten zu wollen. Aber einfach so Lieder zu singen, die mir gefallen, damit kam ich mir ein bisschen zu langweilig und anbiedernd vor. Also habe ich mir überlegt, 13 Personen per Post anzuschreiben und sie um Lieder zu bitten, egal welchen Genres oder Zeitalters, die sie mit einem Thema verbinden, das mich auch sehr beschäftigt: einem gewissen „Longing“. Also dem Empfinden um eine Lücke zwischen dem, was ist und was war. Zwischen dem, was ist und was vielleicht noch kommt. Oder was nur noch in der Erinnerung lebt oder noch in der Fantasie. Ich habe Menschen angeschrieben, die ich zum Teil fast gar nicht kenne, aber auch Freunde und Kollegen. Und war dann so gespannt, welche Musik sie mir schicken und ob sie überhaupt antworten würden. Dann trudelten langsam die Lieder ein, sogar ein Choral war dabei. Wir haben begonnen, die Lieder musikalisch so zu bearbeiten, dass sie uns gefallen. Und hoffentlich auch unserem Publikum.      

Interview: Max Müller

Foto: Katja Strempel

WE ARE GOLDEN – Thirteen notes about yearning. Ein Liederabend von und mit Eva Meckbach, Claus Erbskorn und Thomas Witte. In der Schaubühne, So 12.10., 20.30 Uhr, zusätzlich am So 2.11., jeweils 20.30 Uhr

Mehr über Cookies erfahren