Theater

Interview mit Michael Hatzius

MichaelHatziusHerr Hatzius, wie lebt es sich mit einer Echse, die bereits Aristoteles kannte?
Ach generell kann ich das Leben mit einer großen sprechenden Echse sehr empfehlen. Wir kommen viel rum gemeinsam und es macht mir Spaß, jeden Abend ihre Show anzusehen. Wenngleich ich ja dahinter sitze, daher nicht alles mitkriege und natürlich auch ab und zu ganz schön einstecken muss. So ist sie eben.

Wer ist denn geschwätziger? Die Echse oder der griechische Philosoph, der zu von der Metaphysik über Naturwissenschaft und Rhetorik bis zum Theater zu allem eine Meinung hatte?
Nun kannte ich Ari ja nicht persönlich sondern nur von den Erzählungen der Echse, kann mir aber kaum vorstellen, dass es überhaupt je ein Lebewesen gegeben haben sollte, das lieber und ausschweifender erzählt als die Echse – und dabei selbstverständlich immer Recht hat.

Sie haben unlängst eine DVD veröffentlicht. Wer befindet sich denn außer der berühmten Echse noch darauf?
Im Ensemble der Show sind auch eine Menge anderer Tiere dabei. Das Huhn zum Beispiel, welches, na sagen wir, vergleichsweise verklemmt daher kommt, aber auch an Schafen, Spinnen, Kobras, Krokodilen und sogar einem Reh mangelt es nicht.

Lustige Puppen funktionieren wunderbar. Sie sind Diplom-Puppenspieler, würde es Sie reizen, einen ernsten Stoff auf der Bühne umzusetzen?
Ich habe viele Jahre „seriöses“ Theater mit Puppen gespielt und tue das immer noch. Da gehören auch Goethe und Shakespeare dazu. Grundsätzlich suche ich auf der Bühne nach stimmigen und poetischen Momenten, egal in welchem Genre ich arbeite. Ohne Wahrhaftigkeit und Tiefe funktioniert auch Komik meiner Ansicht nach nicht. Ich halte nicht viel von den Kategorien „ernst“ und „lustig“, entscheidend ist, ob es lebendig ist.

Hat mal als Puppenspieler, der verschiedenen Charakteren Leben einhaucht, Lieblinge?
Im privaten Bereich auf jeden Fall, aber das ist hier sicher nicht gemeint. Unter den Figuren, die ich auf der Bühne spiele, Lieblinge auszumachen fällt mir schwer. Es ist vielleicht ein bißchen wie mit Kindern. Man liebt jeden irgendwie gleich, mit dem einen erlebt man das, mit dem anderen etwas anders. In dem Moment wo ich mit einer Puppe spiele, sollte sie meine ganze Liebe haben. Wenn dem nicht so ist, muss ich was ändern. Ich habe es ja „in der Hand“.

Können Sie schon etwas über Ihr zukünftiges Programm verraten?
Also wenn es irgendjemanden gibt, der mir was über mein zukünftiges Programm verraten kann, wäre ich sehr dankbar – und schon deutlich weiter als jetzt… Es wird kommen!

Interview: Ronald Klein

Michael Hatzius
am 12.2., 20 Uhr im QCC

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