Theater

Interview mit Otto Waalkes

Otto_walkestip Wie geht’s?
Otto Waalkes Höckscht konzentriert, wie unser Bundesjogi sagen würde, und voll fokussiert auf den Admiralspalast.

tip Was erwartet die Otto-Fans bei Ihrer Show im Admiralspalast – ein neues Programm oder die Klassiker von Susi Sorglos bis „Dänen lügen nicht“?
Otto Das sollte eigentlich eine Überraschung werden – aber so viel kann ich verraten: Das Wunschkonzert dauert mehr als zwei Stunden.

tip Wurden Sie für die Mitteilung „Dänen lügen nicht“ eigentlich schon mal mit einem dänischen Orden ausgezeichnet?
Otto Das würde mal Zeit, oder? Sonst singe ich demnächst: „Dänen sind das undankbarste Volk der Welt“!

tip Seit Ihrer ersten Platte vor 37 Jahren machen die Vierzehnjährigen auf den Schulhöfen Ihre Gags nach und lernen ganze Nummern auswendig. Was macht Ihren Humor so zeitlos? Fühlt es sich eigentlich gut an, zu Lebzeiten zum Humor-Klassiker zu werden?
Otto Ich wünschte, ich wäre noch einmal 14, dann könnte ich meine Texte auch leichter behalten. Ob das Verfallsdatum mancher Songs und Geschichten schon erreicht ist, kann ich schwer sagen: Kaum eine Nummer ist noch so, wie sie einmal war. Sie sehen, ich arbeite immer weiter an meinem Klassiker-Status und klettere Richtung Komik-Olymp. Falls ich den je erreichen sollte, wäre ich sehr überrascht.

tip Ist es nicht ein bisschen albern, als 62-jähriger Herr noch über die Bühne zu hüpfen und „Holladühüttü!“ zu rufen?
Otto War es denn jemals weniger albern? Wenn ja, wann? Mit 50? Mit 15? Nein, ich bin und bleibe albern . Sie dürfen mein Benehmen auch präpubertär nennen.

tip Ein uncharmanter Journalist hat mal geschrieben, was Sie machen, sei „Witze-Recycling“. Ist das eine Beleidigung, die Sie ärgert?
Otto Das habe ich selbst in die Welt gesetzt: Die Witzreserven der Welt sind schließlich nicht unerschöpflich und solang es noch keine Alt-Witz-Tonnen gibt …

tip Sie parodieren ziemlich vernichtend die Proll-Komiker-Zumutung Mario Barth. Sind Sie manchmal etwas verwundert über die Flut der mäßig geistreichen Comedians? Gibt es jüngere Talente, die Sie toll finden?
Otto Wenn ich Mario Barth parodiere, ist das wie auch bei anderen eine Form ehrlicher Bewunderung: Wer parodierbar ist, hat einiges erreicht, und ich trage gern dazu bei, dass sein Bekanntheitsgrad noch steigt. In dieser Generation gibt es natürlich noch mehr Talente: Bully Herbig, Rick Kavanian, Max Giermann, Mirco Nontschew, Olli Dittrich zum Beispiel.

tip Sie haben es vermutlich schon seit langer Zeit nicht mehr nötig, zu arbeiten. Weshalb tun Sie sich den Stress einer langen Tournee noch mal an?
Otto Vielen Dank für die optimistische Einschätzung meiner finanziellen Verhältnisse – aber selbst wenn ich es mir leisten könnte, ich würde immer weiter auf Tour gehen: Sonst kann ich wenig, und mehr Spaß macht mir gar nichts.

tip Sie haben im Frühling in Adlershof  Ihren neuen Film gedreht, „Otto’s Eleven“. Worum geht’s da?
Otto In „Otto’s Eleven“ geht es um Freundschaft – also habe ich den Film mit Freunden und mit Freuden gedreht. Außerdem wird man sehen, wie Komiker für komplizierte Probleme erstaunlich originelle Lösungen finden – an einfachen Schwierigkeiten aber scheitern. Das ist übrigens Komik.

tip Als ich einer Bekannten erzählte, dass ich Sie interviewe, war die Antwort: Wird der Mann denn nie erwachsen? Und: Werden Sie nie erwachsen?
Otto Geboren um zu blödeln!
tip Letzte Frage: Haben Sie eine Lebensweisheit für unsere Leser?
Otto Das überrascht mich jetzt – Weisheiten fürs Leben ausgerechnet von so einem Mann? Aber eine hab’ ich noch: Misstraue jedem, der dir eine lebensweise Lebensweise verkaufen möchte.    

Interview: Peter Laudenbach
Foto: Peter Hoennemann

Termine: Otto
im Admiralspalast, ab 19.8., 20 Uhr
Karten-Tel. 47 99 74 99

 

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