Theater

„Kein Schiff wird kommen“ in der Box des DT

EinSchiffWirdKommenAbgezockte Intendanten hindern dort ein aufstrebendes Schreibtalent an seiner Selbstentfaltung mit kreativen Zumutungen wie: „Schreiben Sie doch mal ein Stück über die Wende!“ Das Talent reist daraufhin erst mal missmutig in seine Heimat auf die Nordseeinsel Föhr, der übrigens auch Stockmann selbst entstammt, und stößt dort natürlich auf kein Mauerfall-Drama, sondern auf seinen widerborstigen Vater. Der hat keine Lust, dem präpotenten Sohn die Krankheitsgeschichte der im Osten geborenen Mutter zum dramatischen Fraß vorzuwerfen. Frank Abt kann in seiner Inszenierung einen wirklichen Trumpf aufbieten: den Schauspieler Paul Schröder. Weil der als hochenergetische Erscheinung nicht nur in jedem Satz mindestens siebenundzwanzig Facetten entdeckt, sondern die dann auch noch mit unglaublicher Präzision spielen kann, verzeiht man selbst weniger geglückte Regie-Entscheidungen – etwa Auftritte der toten Mutter als stummer Akkordeonspielerin.

Text: Christine Wahl

Foto: Arno Declair

tip-Bewertung: Annehmbar 3

Kein Schiff wird kommen DT-Kammerspiele (Box & Bar), Di 2.11., 20.30 Uhr

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