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„Keine Angst“ von Peter ?Laudenbach

Die Fassade der Schaubühne wurde beschmiert, eine Aufführung wurde gestört. Ein AfD-Funktionär versuchte, eine Vorstellung zu filmen, was schon aus Urheberrechtsgründen ohne Erlaubnis schlicht illegal ist. Dass sich das aggressive Spießertum so für Theater interessiert und versucht, eine Bühne mit brachialen Methoden einzuschüchtern, ist neu. Oder ziemlich alt: Die Störversuche und die lächerliche Forderung, das Stück abzusetzen, erinnern an die Propaganda-Methoden der Nationalsozialisten in den frühen Dreißiger Jahren.
Natürlich lässt sich die Schaubühne von den rechtsradikalen Pöbeleien nicht einschüchtern. Falk Richters Wut kann man sofort teilen. Aber die Diagnose seiner Inszenierung ist zu grob, sie macht es sich mit der Bestätigung des Feindbilds bequem. Hier geht alles durcheinander, Zombie-Filme und Pegida, homophobe christliche  Fundamentalisten, konservative Zeitgeist-Journalisten und rechtsradikaler Terror – alles eins. Auch die ironisch gezeichnete Gegenseite der Urban-Gardening-Bionade-Bohиme ist reines Klischee.
Nicht ein paar narzisstische Hipster-Hänger werden (hoffentlich) dafür sorgen, dass die Neue Rechte nichts zu melden hat, sondern die breite, bürgerliche, demokratische Zivilgesellschaft. Dafür braucht es keine Zombie-Filme, menschlicher Anstand genügt.
 

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