Theater

Kleist-Festival im Gorki Theater

Kreidezeichnung_gr_c_Kleist-Museum_Frankfurt_OderNeben den beiden Premieren von Bosse und Nunes sind jede Menge Gastspiele und Kleist-Inszenierungen aus dem Repertoire zu sehen. Von den Münchner Kammerspielen kommen zwei Petras-Inszenierungen „Der Krieg“, eine Collage aus Goldoni- und Kleist-Texten und  „Die Hermannsschlacht“, Kleists Aufruf zum Partisanenkrieg gegen Napoleon, ein Lieblingsstück der Nazis. Ebenfalls eine Petras-Inszenierung beim Festival ist die Novellen-Bearbeitung „Das Erdbeben von Chili“, eine Produktion des Staatsschauspiels Dresden. Harun Farocki und Antje Ehmann zeigen im Gorki-Keller die Video­installation „Tropen des Krieges“, schließlich ist Kleist wie wenige Dramatiker vom Krieg fasziniert. Ein Audiowalk führt auf den Spuren Kleists durch Potsdam. Der immer erfreuliche Audio-Künstler Paul Plamper baut am Kleinen Wannsee, wo Kleist am 21.11.1811 erst seine Braut Henriette Vogel und dann sich selbst erschossen hat, als „Akustisches Kleistdenkmal“ einen Hörspiel-Parcours. Zu Vorträgen und Diskussionen kommen zum Beispiel der Philosoph Lбszlу Földйnyi und der Kleist-Biograf und Präsident der Heinrich-von- Kleist-Gesellschaft, Professor Günter Blamberger. Der geisteswissenschaftlich interessierte Politiker Norbert Lammert diskutiert mit Kleist-Forschern über „Amt und Lebensentwürfe“. Erkenntnisgewinne verspricht auch eine Vortragsreihe, mit der Kleists Leben und Schaffen aus medizinischer, psychiatrischer, geophysikalischer, kriminalistischer und juristischer Perspektive in Vorträgen wie „Suizid – zum Verstehen suizidaler Menschen und Handlungen und zur Suizidprävention aus psychia­trischer Sicht“ oder „Der Fall Kleist und Vogel im Spiegel der Rechtsmedizin“ fachkundig beleuchtet werden.

Text: Peter Laudenbach

Bild: Kleist-Museum Frankfurt Oder

Kleist-Festival Maxim Gorki Theater u.a., 4.–21.11., www.gorki.de

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