Theater

Komödie im Dunkeln im Theater am Kurfürstendamm

Komoedie im DunkelnWie es aussieht, werden die privaten Ku’damm-Bühnen derzeit zum Endlager für Stadtthea­terroutiniers, die im ersten Arbeitsmarkt der Subventionstheater nur noch schwer vermittelbar sind. Neulich hat Katharina Thalbach am Boulevard Shakespeares „Wie es euch gefällt“ inszeniert. Jetzt widmet sich Michael Bog­danov, vor zwei Jahrzehnten im­merhin einmal Intendant am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, im Theater am Kurfürstendamm Peter Shaffers  „Komödie im Dunkeln“.

Nicht nur  das grelle Schlaghosen-Sixties-Outfit des verkrachten Bildhauers Brindsley Miller (Robert Glatzeder) verweist auf das Entstehungsjahr 1965. Auch sonst wirken die Witze und Slapstickeinlagen des Boulevards, als hätten sie ihre Halbwertzeit schon länger überschritten. Ein Colonel purzelt munter aus dem Schaukelstuhl, ein kostbarer Porzellanbuddha wird zerdeppert, tastende Hände landen aus Versehen zwischen fremden Beinen oder an Brüsten älterer Damen, und der Schauspieler Markus Majowski, berühmt geworden durch einen Werbespot der Telekom, grimassiert munter.

Komoedie im DunkelnNatürlich ist nicht jedes Boulevardstück gleich. In diesem besteht die Pointe darin, dass das Licht ausgeht, sodass die Insassen der Salonkomödie im Dunkeln in die üblichen Komplikationen stürzen, von der heimlichen Geliebten, die im Schlafzimmer versteckt werden muss, bis zum „reichsten Mann der Welt“, der durch eine offene Bodenluke in den Keller stürzt. Dass die Slap­stick­einlagen und Verwick­lungen vor Esprit, Tempo und Aberwitz sprühen würden, kann man nicht unbedingt behaupten, eher wird die Komik ordentlich verwaltet. Aber das muss in diesem anheimelnden Paralleluniversum wahrscheinlich so sein.

Text: Peter Laudenbach
Fotos: Thomas Grünholz

(Uninteressant)

Komödie im Dunkeln

im Theater am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 206, Charlottenburg,
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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