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„Leonce ?und Lena“ in der Schaubühne

Spätestens wenn Patrick Wengenroth die Bühne in voller Porno-Montur entert (Sonnenbrille, Schnauzbart, Netzkniestrümpfe zur Unterhose) und Udo Lindenbergs „Ich bin der König von Scheißegalien“ schmettert, findet dieser „Leonce und Lena“-Abend auf entspannte Weise zu sich selbst. Wengenroth als Regent Peter im illuminierten „Fame“-T-Shirt (wegen der Lustspiel-Vorrede „et la fame? et la fama?“) gibt den Proll-Zampano auf diesem Büchner-Rummelplatz.
Die Bühne (Mascha Mazur) ist eine schräge Karussell-Drehscheibe im Metallkäfig, auf der die Schauspieler – Ulrich Hoppe als Leonce, Iris Becher als Lena, Jule Böwe als Valerio – das grundsarkastische Lustspiel über Adels-Arroganz, Untertanen-Blödheit und amouröse Übersättigung durchnehmen. Befeuert von Musiker Matze Kloppe in der Ansagerkabine des Amüsierbetriebs. Und im Wesen durchaus werktreu. Bei aller Liebe zu Trash und Kalauer (gegessen wird Prinzenrolle) geht es dem performenden Regisseur ja stets darum, die deutsche Seele auszuloten. Mit Büchner landet er dabei in einem sehr heutigen Zustand von Langeweile, Dekadenz und Melancholie.   

Text: Patrick Wildermann

Foto: Gianmarco Bresadola

tip-Bewertung: Annehmbar

Leonce ?und Lena in der Schaubühne, Karten-Tel. 89 00 23

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