Theater

Lutz Förster im HAU 1

Lutz_FoersterLutz Förster war einer der prägenden Tänzer in der Wuppertaler Compagnie der vor wenigen Monaten gestorbenen großen Cho­reo­grafin Pina Bausch. So wie der Tänzer heißt auch das Stück, mit dem er jetzt ins HAU kommt: „Lutz Förster“. Und natürlich geht es darin unter anderem um Förs­ters Geschichte mit Pina Bausch.

Inszeniert hat es der französische Choreograf Jйrфme Bel, der, nachdem er in den 90ern den Konzept­tanz und damit eine ganze Tanzrichtung erfunden hatte, schon seit einigen Jahren vornehmlich als eine Art Ethnologe unterwegs ist. Das erste fremde Terrain, das Bel erforschte, war die Pariser Oper. Zwei Jahre hat er dort die Ballettvorstellungen besucht und schließlich mit der Gruppentänzerin Vйronique Doisneau das 30-minütige Solo „Vйronique Dois­neau“ erarbeitet. In diesem Solo erzählt Doisneau von ihrem großen Traum, der nie in Erfüllung ging: einmal die Giselle tanzen zu dürfen. Und sie erzählt davon, wie es ist, als Corps-Schwan ewig auf einem Bein zu stehen, während in der Mitte die Ballerina ihre großen Soli tanzt.

Es war eine bewegende Inszenierung. Ihr folgte mit dem thailändischen Khon-Tänzer Pichet Klunchun der nicht minder großartige interkulturelle Dialog: „Pichet Klun­chun and myself“. Nun hat sich Bel, im dritten und letzten Teil seiner Trilogie, einem he­rausragenden Protagonisten des deutschen Tanztheaters zugewandt. Förster, der auch mit Susanne Linke und Robert Wilson arbeitete, lehrt heute als Professor für Tanz an der Essener Folkwang-Hochschule.
Als „Lutz Förster“ im Frühjahr in Utrecht herauskam, ahnten weder der Choreograf noch der Tänzer etwas von Pina Bauschs Tod. Nun dürfte das Stück auch so etwas wie ein sehr persönlicher Nachruf auf die Choreografin geworden sein.

Text: Michaela Schlagenwerth
Foto: Anna van Kooij

Lutz Förster
im HAU 1, Hallesches Ufer 32, Kreuzberg,
Do 22. bis So 25.10., 19.30 Uhr,
Karten unter 25 90 04 27

 

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