• Kultur
  • „Macbeth“ am Deutschen Theater

Kultur

„Macbeth“ am Deutschen Theater

Eine Bühne wie ein Ausrufezeichen: ein sich nach hinten verengender, rechteckiger Tunnel, durch dessen kleine Öffnung in der Bühnentiefe ein halbes ­Dutzend halbnackter Körper drängen, um sich ihre Rollen zusammen mit ihrer Kleidung anzuziehen. Aha, hier geht es anarchisch und archaisch zu. Das könnte zu Shakespeares „Macbeth“ passen, in dem der Weg zur Königsmacht eher auf dem direkten, blutigen Weg gesucht wird: Du bist, was du aus dir machst.
Aber das Spiel mit den Signalen der Heftigkeit ist in Tilmann Köhlers Inszenierung auf der großen Bühne des Deutschen Theaters nur ein Oberflächenreiz, ein leerer Effekt. Trotz der bemühten Sprachregie und den Versuchen, das Stück gleichzeitig zu kommentieren und vorzuführen, kratzt die Inszenierung nur an der Oberfläche dieser Tragödie des Machtkampfs und Ehrgeizes.
Nur Maren Eggert als Lady Macbeth und Ulrich Matthes als ihrem Gatten, dem Killer-Karrieristen Macbeth, gelingen, vor allem gegen Ende, Passagen der Konzentration und des Erschreckens, die kurz ahnen lassen, wie der Machtrausch in den Höllensturz kippt. 

 

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair

Adresse + Termine: Deutsches Theater, ?Karten-Tel.: 28 44 12 21

Mehr über Cookies erfahren