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Margarita Broich über ihre Ausstellung „Wenn der Vorhang fällt“

Margarita_Broichtip: Frau Broich, wie kamen Sie als Schauspielerin zur Fotografie??Es war umgekehrt, ich war zuerst Fotografin. Ich war Theaterfotografin bei Claus Peymann in Bochum. Durch die Arbeit im Theater habe ich mich dann selbst für die Schauspielerei entschieden. Jetzt mache ich beides.

Margarita Broich: Die Porträts im Martin-Gropius-Bau zeigen Schauspieler wie Otto Sander, Sophie Rois, Volker Spengler, Kate Winslet oder Martin Wuttke bei Dreh- und Probenpausen oder im Moment nach dem Ende der Vorstellung. Wie kamen Sie auf die Idee??Die Fotos in der Ausstellung sind alle während meiner eigenen Arbeit als Schauspielerin entstanden. Da hatte ich oft selbst das Kostüm noch an. Das Thema hat sich eher zufällig ergeben. Ich war zehn Jahre im Berliner Ensemble engagiert, ich habe dort meine eigene Garderobe fotografiert und die Leute, die da sitzen. Dann, bei der Arbeit mit Christoph Schlingensief in der Volksbühne 2001, kam ich einmal mit Theaterblut verschmiert in meine Garderobe und bin über meinen Anblick im Spiegel fast erschrocken. Damit fing es eigentlich an. Seitdem habe ich versucht, diesen besonderen Moment nach dem Ende einer Vorstellung bei Kollegen, mit denen ich gespielt oder gedreht habe, festzuhalten.

tip: Sind die Gesichter von Schauspielern in so einem Moment nach der Aufführung anders als sonst??+

Broich: Der Moment nach so einer Aufführung ist komisch konzentriert, aber gleichzeitig entspannt. Schauspieler haben bei Porträts meist einen Gestaltungswillen, eine Vorstellung, wie sie aussehen möchten. Bei mir sind die Leute so ganz ohne Ehrgeiz, sie sind manchmal sogar orientierungslos, leer, aber gut durchblutet. Sie wollen keinen neuen Job haben, sie gucken einfach nur in meine Kamera. Es sind sehr ruhige Momente. Man sieht, da ist noch was anderes, ein Übergang, eine Metamorphose würde man in der Biologie wohl sagen, von der Rolle zur Person.

tip: Wann ist die Idee zu einer Ausstellung zu diesem Thema entstanden??

Broich: Eigentlich erst vor zwei Jahren. Damals habe ich mit Toni Stoß, dem Direktor des Salzburger Museums der Moderne, eine Ausstellung für die Salzburger Festspiele 2010 verabredet. Sonst wäre ich bestimmt fauler gewesen.

Interview: Michaela Schlagenwerth

Foto: Margarita Boich

Wenn der Vorhang fällt
Martin-Gropius-Bau, 18.3.-30.5., Dienstag geschlossen, 10 Uhr bis 20 Uhr

Margarita Broich, Hanns Zischler: „Wenn der Vorhang fällt. Portraits.“ 96 Seiten, 70 Abb., Text zweisprachig deutsch/englisch,
Alexander Verlag, 28 Ђ

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