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„Mensch Merkel!“ in der Distel

Als Bundeskanzlerin hat Angela Merkel bereits einiges durch. In ihrem Kabinett saßen zahlreiche Minister auf Schleudersitzen. Verteidigungsminister zu Guttenberg und Bildungsministerin Schavan erschwindelten sich ihren Doktortitel. Letztere klagte sogar gegen den Entzug ihres Titels. Ganz schön peinlich. Merkel aber bewies stets staatsfrauliche Größe und schwieg, solange es ging. Und sobald sie den Betroffenen „ihr Vertrauen“ aussprach, war klar, dass der Daumen nach unten zeigt. Und tschüss. Ähnlich entspannt stand die Kanzlerin die Koalition mit den ambitionierten Oberschülern von der FDP aus. Es folgte die NSA-Affäre, bei der herauskam, dass Angie persönlich abgehört wurde. Die Kanzlerin als Terrorismusverdächtige? Da hätten andere Staatsoberhäupter sehr verkniffen reagiert. Merkel formt die Hände zur Raute. Und wartet ab. Das kann sie noch besser als ihr politischer Ziehvater Dr. Helmut Kohl. Somit stehen die Chancen gut, dass Angie auch in 50 Jahren noch regiert. Egal, was in diesem Jahr so alles Schräges passierte, worauf der Jahresüberblick einen ebenso satirischen wie auch strengen Blick wirft.    

Text: Ronald Klein

Foto: Marcus Lieberenz

Distel Friedrichstraße 101, Mitte, Mo 8.–Mi 10.12. (Voraufführungen); Do 11.12. (Premiere); Fr 12.+Sa. 13.12., 20 Uhr; So 14.12., ?16 Uhr; Mo 15.–Mi 17.12., 20 Uhr; Tel. 204 47 04

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