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Monster Truck fragen in den ­Sophiensaelen: „Who’s there“

WhoSThere_c_RolfArnold„Theater ist eben kein Horrorfilm und keine Geisterbahn.“ Die Mitbegründerin des Performance-Kollektivs Monster Truck hat mit ihren Kollegen aber trotzdem einen Weg gefunden, für Grusel auf der Bühne zu sorgen. Die begehbare Installation war schon am Leipziger Schauspielhaus zu sehen, aber wer die Kritiken dazu liest, raubt sich einen gewaltigen Überraschungseffekt. Und eine „Begegnung mit sich selbst“, so Rahimi. „Wir legen unsere Projekte nicht darauf an, zu polarisieren“, versichert Rahimi. Es passiert aber doch gelegentlich. Wie zuletzt mit „Dschingis Khan“, der bis dato besten Arbeit der Gruppe aus der Gießener Schule. Die Protagonisten waren Menschen mit Down-Syndrom, früher abwertend „Mongoloide“ genannt. Die beleidigende Vokabel benutzten die Spieler, indem sie in einer wilden Jonglage mit folkloristischen Klischees die furchterregenden Mongolen gaben, inklusive Totenschädel-Weitwurf. „Dort stand eine soziale Frage im Vordergrund“, sagt Sahar Rahimi, „diesmal ist es eine psychologische“. Im Kern: „Was passiert, wenn man nicht nur über ein Thema reflektiert, sondern sich einer unmittelbaren Erfahrung aussetzt?“ Klingt nach Herausforderung. Ist es auch.

Monster Truck schaffen einen Raum des Irrationalen, in dem Zuschauer-(Alb)träume wahr werden und verstörende Ereignisse in Serie anstehen. Weswegen es auch passt, dass „Who’s there“ – laut Untertitel: „Eine Performance über den unheimlichen Zustand des Beobachtens und Beobachtetwerdens“ – im Rahmen des Sophiensaele-Festivals „Strange Magic“ läuft. Zauber ist ja ein dehnbarer Begriff. Überraschend für die Performer selbst, erzählt Rahimi, waren in Leipzig die Reaktionen der Besucher. Von verschüchtert bis total entfesselt. Nur unbeteiligt blieb keiner.

Text: Patrick Wildermann

Foto: Rolf Arnold

Who’s there Sophiensaele, 23.+24.11., 18–19 und 21-22 Uhr , 26.+27.11., 18–22 Uhr (gestaffelter Einlass), Karten-Tel. 283 52 66

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