Theater

„MOVE OP!“ an der Neuköllner Oper

MoveOp_RemixRomaniaPassend zur Rezession in Europa präsentiert die Neuköllner Oper ein Festival des Musiktheaters unter prekären Bedingungen unter dem aktivistischen Titel „MOVE OP!“ In der europäischen Schuldenkrise spürt die freie Kulturszene die Geldnöte der öffentlichen Hand besonders schmerzhaft und ungefiltert. „Wir müssen ein Bewusstsein schaffen für die gesellschaftlichen Folgeschäden dieser Spardiktate“, ist Bernhard Glocksin überzeugt, der Leiter der Neuköllner Oper. Dank der Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds werden nun 15 Produktionen aus 13 Nationen in 26 Vorstellungen auf sechs Bühnen gezeigt, unter anderem auch im benachbarten Heimathafen. Eine Reihe von Uraufführungen haben die Berliner Opernmacher mit angeschoben.

Das Programm klingt vielversprechend, viele Inszenierungen geben sich dezidiert politisch. Der ungarische Musiktheatermacher Csaba Polgбr montiert Horvбths „Italienische Nacht“ kritisch mit rechtspopulistischen und antisemitischen Texten, wie sie in seiner Heimat unter der Orbбn-Regierung mehrheitsfähig gemacht werden. In Istanbul entsteht gerade das Stück „Taksim Square“. Ein Songplay, das sich anhand von Facebook-Postings und Tweets dem gegenwärtigen Volksaufstand widmet.
MOVE OP! lädt aber auch die Zuschauer zur Beteiligung ein. Etwa beim gemeinsamen Europoly­, wo man die schlauesten Schachzüge der Bankenrettung nachspielen kann. „Wenigstens für 30 Minuten“, so Glocksin, „soll die Krise auch Spaß machen dürfen.“    

Text: Patrick Wildermann
Foto: Afrim Radu

Move Op! Festival für Musiktheater unter prekären Bedingungen
Neuköllner Oper, Fr 16.–So 25.8.,
Karten-Tel. 68 89 07 77,

 

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