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Mozarts „Die falsche Gärtnerin“ in der Staatsoper

HansNeuenfelsDie szenischen Jugendopern von Wolfgang Amadeus Mozart tauchen eher selten im Repertoirebetrieb auf. Nun hat die Staatsoper Mozarts erste, 1775 zum Münchner Karneval uraufgeführte Oper „La finta giardiniera – Die Gärtnerin aus Liebe“ auf den Spielplan gesetzt. Die musikalische Komödie ist – wie der italienische Name mit der „falschen“ Gärtnerin im Titel verspricht – ein Liebes-Spiel um Grafen, Marchesen, höhere Töchter und Diener, die sich in bester Goldoni-Tradition verkleiden und verwechseln.
Der Opern-Erstling weist das damals knapp 19-jährige Junggenie nicht nur als echten Meister der zeitgenössischen Opera buffa aus, sondern nimmt auch schon musikalische Höhepunkte aus „Le nozze di Figaro“ oder „Don Giovanni“ vorweg. Für das mozartsche Frühwerk hat die Staatsoper einen Altmeister der Regie gewonnen, der ebenfalls erstmals am Haus zu sehen ist, nach Arbeiten an der Deutschen und der Komischen Oper – den immer für schöne Überraschungen guten Regie-Anarchisten Hans Neuenfels.

Neuenfels’ Karriere, die man durchaus auch als Chronik einiger intendierter Theaterskandale lesen kann, erhielt 2006 einen unfreiwilligen Aufmerksamkeitsschub, als seine „Idomeneo“-Inszenierung aus dem Jahre 2003 an der Deutschen Oper Berlin aus Angst vor islamistischen Anfeindungen vorübergehend abgesetzt wurde. Anlass waren die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Christus, Mohammed und Buddha im Epilog. Neuenfels wurde für seine metaphernstarken, ebenso begeisternden wie manchmal verstörenden Bilderfluten gleich zweimal, 2005 und 2008, von den Kritikern zum Opernregisseur des Jahres gewählt.
Das Libretto der „Gärtnerin aus Liebe“ wird er nun für die Staatsoper selbst neu bearbeiten und aktualisieren, ohne dabei platt den Zeitgeist zu bedienen. Und wie häufig, wenn Hans Neuenfels inszeniert, wird auch seine Ehefrau und Lieblingsschauspielerin Elisabeth Trissenaar auf der Bühne stehen, diesmal neben dem Sänger-Ensemble um die falsche Gärtnerin und Star­sopranistin Annette Dasch. Musikalisch wird alles vom mozart­erfahrenen Christopher Moulds arrangiert, der auch schon bei Opern­inszenierungen von Michael Thalheimer oder Sasha Waltz für die musikalische Leitung verantwortlich war.

Foto: Hanns Joosten

Termine: La finta giardiniera – Die Gärtnerin aus Liebe
Staatsoper im Schillertheater,
Premiere: 24. November, 19 Uhr,
Karten-Tel. 20 35 45 55

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