Theater

Neuauflage: Made in Berlin im Wintergarten

MadeInBerlin_BertanCanbeldWenn sich das Duo Philipp und Kati auf der Bühne des Wintergartens kleine Ballons unter die Ärmel schiebt, macht das den gemeinsamen Tanz, das Aneinanderschaukeln und Hochstemmen nicht gerade leichter – aber reizvoller. Die weißen Kugeln verwandeln ihre Körper wirkungsvoll und poetisch; eine Verfremdung, die gut zum Gary-Numan-Song passt, der die Nummer begleitet. Der Bällchentanz der Absolventen der Berliner Artistenschule ist eins der Glanzlichter der Show. Berlin ist Grundthema des Abends unter der Regie von Markus Pabst und Pierre Caesar, einem der Caesar-Twins, die in einer Szene Salti vom Rand einer mächtigen durchsichtigen Wasserschale vollführen.
Das polnische Brüderpaar zählt zu den Veteranen der Künstlerschar, zu der etwa auch der äthiopische Wunder-Jongleur Girma Tsehai zählt oder die im Moskauer Staatszirkus geschulte Hula-Hoop-Komödiantin Viktoria Lapidus: ein Nationalitätenmix, der allein schon etwas über Berlin erzählt – da wirken eingestreute Clownerien zur Mauerstadt vergleichsweise eher müde und lösen sich nicht von Touri-Klischees. Tieferen Eindruck machen oft die Berlin-Songs vom DJ-Pult, ob „Mädchen aus Ostberlin“ oder „Dickes B“.
Dann steht Pierre Caesar als DJ an den Plattentellern, während sein Zwillingsbruder verrückte Turnereien mit einem Fahrrad anstellt. Dabei macht der 31-Jährige sich einen Kameratrick zunutze, der seine Akrobatik aussehen lässt wie einen mühelosen Triumph über jegliche Restgesetze der Schwerkraft. In dem Fall greift mal eine kecke Vereinfachung, die den Künstler fraglos toll aussehen lässt.    

Text: Ulrike Rechel
Foto: Robert Pater
tip-Bewertung: Annehmbar

Made in Berlin – Der ganz normale Wahnsinn …
bis 27.10., Mi–Sa 20 Uhr, So 18 Uhr,
im Wintergarten,
Karten-Tel. 58 84 33

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