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„Nichts wie weg“ von Peter Laudenbach


Neulich in Zürich, bei einer der vorletzten Reisen für die Theatertreffen-Jury: Nach einem Theaterbesuch im Schiffbau trifft man im Foyer zufällig auf die Volksbühnen-Helden Wolfram Koch, Hubert Wild und Werner Eng – große Freude. Sie proben derzeit an der Oper Zürich in Herbert Fritschs neuer Inszenierung „King Arthur“, mit dabei: Corinna Harfouch und der Fritsch-Star Ruth Rosenfeld. Währendessen probt am Schauspielhaus Zürich Renй Pollesch mit Sophie Rois sein neues Werk, Titel: „Ein Liebhaberstück“. Und am 24. Januar hatte ein anderer Berliner Regisseur an der Oper Zürich Premiere: Sebastian Baumgarten hat Wolfgang Rihms Oper „Hamletmaschine“ inszeniert – unter anderem mit der tollen Anne Ratte-Polle, auch sie eine Gastarbeiterin von der Volksbühne.
Einerseits: Toll, wie Berliner Theater-Künstler rund um die unsterbliche Volksbühne (und, bei Baumgarten, des Gorki Theaters) selbst im gediegenen Zürich für Frischluft sorgen. Avantgarde als Export-Artikel, warum auch nicht. Andererseits: wenn man woanders höflicher behandelt und wesentlich besser bezahlt wird als in Berlin, wo einem ein ignoranter Kulturstaatsekretär die Laune verdirbt – weshalb sollten die Volksbühnen-Stars in Berlin bleiben, wenn in zwei Jahren der Impressario Chris Dercon die Volksbühne in eine Touristenattraktion zweckentfremdet? Vielleicht sollte man sich schon mal an den unerfreulichen Gedanken gewöhnen, dass Renй Pollesch und Herbert Fritsch nach dem Rauswurf Frank Castorfs an der Volksbühne erstmal nicht so große Lust haben könnten, in Berlin zu arbeiten. Auch das wäre dann eine Folge des bedauernswert orientierungslosen Wirkens von Tim Renner.“

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