Theater

Öde Routine: „Villa Verdi“ an der Volksbühne

VillaVerdiEs hat  etwas Rührendes, wie sich die Volksbühne bei Johann Kresniks „Villa Verdi“ in eine offene Geriatrie verwandelt und wie Kresnik, der alte Hau-drauf, den eigenen Niedergang mit dem Niedergang des Theaters, wenn nicht dem Untergang des Abendlandes, verwechselt.

Kresnik, inzwischen auch schon 73 Jahre, hat viele ältere, ausrangierte Opernsänger und Schauspieler auf die Bühne gebeten, darunter die große, immer noch beeindruckende Jutta Vulpius, einst ein Star der DDR-Staatsoper, und den sagenhaft eitel vor sich hin stolzierenden Countertenor Jochen Kowalski. Sie sind die Bewohner der „Villa Verdi“, eines tatsächlich existierenden Altersheims für verarmte Opernsänger, das Verdi einst gestiftet und mit seinen Tantiemen finanziert hat. Der Rest ist ödeste Kresnik-Routine mit einer, vor allem in der ersten Hälfte, erbarmungswürdig uninspirierten Choreografie. Das erste Hakenkreuz kommt nach zehn Minuten, die erste Nackte eine Stunde später, dafür aber mit blutverschmierter Scham.    

Text: Peter Laudenbach
Foto: Thomas Aurin
tip-Bewertung: Uninteressant

Villa verdi: Termine
in der Volksbühne, u.a. am Sa 18.5., So 6.6., 19.30 Uhr,
Karten-Tel. 24 06 57 77

 

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