Theater

Oliver Polak im Admiralspalast

OLIVER_POLAKDer kürzeste Witz der Weltgeschichte? Auschwitz“. Okay, das ist geschmacklos, sarkastisch und nicht unbedingt politisch korrekt. Der traurige Witz stammt von George Tabori, und er wusste, wovon er redet: Sein Vater und ein Großteil seiner Familie wurde in Auschwitz von den Deutschen ermordet. Seine Art, mit dem Grauen umzugehen, war für Tabori, Witze darüber zu machen. Ein paar Generationen später hat Oliver Polak diesen Job übernommen. Zu Beginn seiner Auftritte lobt der Comedian und Bestsellerautor („Ich darf das, ich bin Jude“ – erschienen bei Kiepenheuer und Witsch) den Veranstalter gerne mal dafür, dass er vom Bahnhof abgeholt und ins Studio gebracht wurde – „vor 70 Jahren war das ja andersrum“. Rumms. Oder er macht dem deutschen Publikum gleich zum Einstieg klar, was ein netter Comedy-Abend, Klatschverhalten und die deutsche Geschichte miteinander zu tun haben: „Guten Tag, mein Name ist Oliver Polak, ich bin dreißig Jahre alt und ich bin Jude. Sie müssen trotzdem nur lachen, wenn es ihnen gefällt.“ Oder er macht klar, dass auch ein Junge aus der einzigen deutschen Familie im emsländischen Papenburg die gleichen Probleme bekommen kann wie Woody Allen, wenn er von der strengen jüdischen Erziehung seiner Mutter erzählt – und seiner anschließenden Psychotherapie. Jetzt kommt er in den Admiralspalast.

Text: Peter Laudenbach

Oliver Polak
im Admiralspalast am Sa 10.10., 20 Uhr

 

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