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Oliver Polak über „Ich Darf Das, Ich BIN Jude! Live!“

Polaktip: Herr Polak, Sie kommen ins HAU und bringen laut Vorankündigung „auch intellektuelle Gäste“ mit. Was haben Sie vor?

Oliver Polak: Das Ganze wird eine Mischung aus Alf, Lenny Bruce und Udo Jürgens. Das Motto ist „Stand up, sit down and shut up“. Ich lese einige Kapitel aus meinem Buch, dazu gibt es die größten Hits aus der „Jud süßsauer“-Show und viele neue Stand-ups, die sich unter anderem mit Burn-out, Depressionen und Selbstmordgedanken beschäftigen. Im Duett mit Dirk von Lowtzow singe ich „Ich möchte Teil einer Judenbewegung sein“, dabei wird uns Mark Scheibe mit seinem Orchester begleiten. Mehr geht eigentlich nicht.

tip: Ist Dirk von Lowtzow jetzt auch unter die Komiker gegangen?

Polak: Ich glaube nicht, aber es muss ja nicht immer alles eine eindeutige Zuordnung haben. Komik entsteht durch absurde Begegnungen, und das wird auf jeden Fall eine absurde Begegnung.

tip: Mit Ihrem Programm „Jud süßsauer“ haben Sie inzwischen an die 200 Auftritte absolviert. Was waren Ihre Höhepunkte?

Polak: In Wien hatte ich sieben ausverkaufte Shows im Rabenhof-Theater. Als ich dort eintraf, kam mir der Theaterdirektor Thomas Gratzer mit ausgebreiteten Armen entgegen und schrie über den ganzen Innenhof: „Auf dich hab ich seit Jahren gewartet: der dicke, lustige Jude aus Deutschland.“ Wien und ich, wir passen gut zusammen. In Österreich haben sie mit der Aufarbeitung ja gerade erst angefangen. Der Kirchentag in Dresden war auch interessant: Da haben 2?500 evangelische Christen bei „Lasst uns alle Juden sein“ mitgesungen.

tip: Und die Tiefpunkte? In Wuppertal musste ich vor ungefähr zwölf zahlenden Gästen auftreten, von denen ich anschließend jeden einzelnen am Klatschen erkannt hätte. An diesem Abend herrschte allerdings auch Schneechaos. In Ingolstadt musste ich in einem furchtbaren Kellerloch auf die Bühne. Noch schlimmer war allerdings die Absteige, in der sie mich untergebracht haben. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich Angst hatte, dass irgendein Fernfahrer in mein Zimmer eindringt und mich mit einer E.T.-Maske von hinten nimmt. Wobei: auf einen Typ mit Alf-Maske hätte ich mich vielleicht sogar eingelassen.

Interview: Heiko Zwirner

Foto: Gerald von Foris

Ich Darf Das, Ich BIN Jude! LIve!
HAU1, Mo 14.11., 19.30 Uhr

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