Theater

OpenOp-Festival in der Neuköllner Oper

Puppen_von_Suse_WaechterWenn es nach den Machern des Neuköllner OpenOp-Festivals geht, dann können Bayreuth und Salzburg dieses Jahr getrost einpacken. „Wir eröffnen mit viel Prominenz“, freut sich Neuköllner-Oper-Chef Bernhard Glocksin, einer von drei Organisatoren des ersten Europäischen Festivals für andere Musik. Denn nicht nur Elfriede Jelinek wird bei der Eröffnung dabei sein, auch Barack Obama hat sich angesagt, genauso wie Pavarotti, Helmut Kohl, Michael Jackson, und der gute alte Orpheus. „Leider nur als Puppen“, gesteht Glocksin. Denn „Helden der Oper – die kleinste Gala der Welt“ von Regisseurin Suse Wächter, mit der das erste Open­Op eröffnet wird, ist das erste von 14 Stücken, die vom 10. bis 18. April in der Neuköllner Oper und dem Heimathafen nebenan gezeigt werden.

FliegenderHollaenderMusikalisch bewegt sich das „Arbeitsfestival“ mit Gruppen aus ganz Europa zwischen Mo­zart und Morricone, Wagner und Weill: Aus Holland kommt eine „Serail“-Adaption über ein westliches Mädchen, das in die Türkei ausgeheiratet wird, aus Belgien ein „Fliegender Holländer“ (mit 13 Bläsern eingedampft auf 75 Minuten), Reinald Grebe bringt eine „Klimarevue“ („Jeepfahrer! Klimaschweine!“), und aus Mazedonien kommt „A fist full of love“ – ein Kriegsdrama mit Westernmusik und Balkanpop. „Sehr weit und sehr offen“ spannt Glocksin dessen Rahmen. Und wie in der Neuköllner Oper dürfte das eher für qualitative Vielfalt als Beliebigkeit stehen. Den Abschluss macht übrigens eine Multikulti-Chor mit dem Songspektakel „New Babel Sounds“ und zeigt Neukölln als „Paradigma für den europäischen Gedanken“. Das ist so ein Stück, bei dem gerne mal Bürgermeister Buschkowsky vor­beischaut – vielleicht sogar der echte.

Text:
Björn Trautwein
Foto: Tom Kühnel

OpenOp Europäisches Festival für anderes Musiktheater,
8.-18.4., z.B. mit Suse Wächter
Neuköllner Oper und Heimathafen Neukölln,
www.festival-openop.de, Tickets: 68 89 07 77, [email protected]

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