Theater

„Penthesilea“ im Gorki Theater

PenthesileaUnter den Dramen Heinrich von Kleists ist „Penthesilea“ bestimmt das schwerste. Die Sprache ist komplex, die Thematik speziell: Die Amazonen erobern im Kampf Männer zwecks Fortpflanzung, dürfen sich jedoch nicht in sie verlieben. Im Maxim Gorki Theater wagt sich nun die junge Regisseurin Felicitas Brucker an die Tragödie. Sie bringt das Stück so redlich, als es ihr mit dem Ensemble möglich ist, auf die Bühne. Die ist mit hellen Holzplatten verkleidet und hat in der Mitte eine breite Schräge, die natürlich zum Herunterrutschen einlädt.

Es herrscht Krieg, die Griechen belagern gerade Troja, weshalb Brucker manchmal Fadenkreuze einblenden lässt und zu Beginn militärische Erkennungsmarken ausgegeben werden. Alle tragen dezente Uniformen und vereinen sich bisweilen über die Fronten hinweg zu chorisch gesprochenen Botenberichten. Anja Schneider als Amazonenkönigin hat wie Michael Klammer als griechischer Edelrecke keine heroischen, sondern vor allem hilflose Züge. Jenseits einer mystischen Amour Fou sind beide eher ein nettes Paar aus dem Proseminar „Deutsche Liebesdramatik“ , was nicht gerade viel ist, aber wenigstens etwas.

Text: Irene Bazinger

Foto: Thomas Aurin

tip-Bewertung: Zwiespältig

Penthesilea Maxim Gorki Theater, Di 26.10., Mo 1., Sa 13.11., 19.30 Uhr, Karten-Tel: 20 22 11 15

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