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Peymanns „Kabale und Liebe“ am Berliner Ensemble

KabaleUndLiebeClaus Peymann inszeniert Friedrich Schillers bürgerliches Trauerspiel „Kabale und Liebe“ am Berliner Ensemble wie eine quälende Übung für den Deutschunterricht. Alles wird typenselig in didaktisch bemühter Überdeutlichkeit ausgestellt. Die Figuren sind bis zur Karikatur versimpelt, als würde der Regisseur seinem Publikum nicht recht zutrauen, sich ohne solche Grobzeichnung für Schillers Geschichte der Liebe in Zeiten des Duodez-Absolutismus zu interessieren. Die jungen Liebenden Luise (Antonia Bill) und Ferdinand (Sabin Tambrea) übersetzen die Unschuld des Gefühls in Naivität, als wollte uns der Regisseur mitteilen, dass zur romantischen Regung eine gewisse Verblödung vonnöten sei.
Peymann will offenbar Schillers Pathos durch die Leichtigkeit des Spiels erträglich machen, also setzt er auf Zirkuseffekte mit bunt bemalten Stühlen, rosa Schaukel, bunten Perücken, viel Gefuchtel und Stelzen. Aber je krampfiger Peymann komisch und verspielt sein will, desto dröger wird sein Schiller-Zirkus.    

Text: Peter Laudenbach
Foto: MonikaRittershaus
tip-Bewertung: Uninteressant

Kabale und Liebe: Termine
Berliner Ensemble,
Karten-Tel. 28 40 81 55

 

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