Theater

The Pfister Sisters: Goethe Schiller Cunt

Pfister SisterSchwere Sache, die deutsche Kultur. Wenn die drei stattlichen Südstaatendamen auf der Bühne der Bar jeder Vernunft mit deutschen Kulturgütern herumalbern und eine von Goethe, Schiller und Kant schwärmt, versteht die andere nur: „Cunt“. Darauf nimmt sie ihrer Rolle gemäß auf der Bühne einen kleinen Schluck aus ihrem Flachmann, cheers. Die drei Damen können aber vor allem eins: Singen, und zwar das ganze Repertoire von „Mr. Sandman“ über „Tico Tico“, „In The Mood“ bis „Running Wild“. Die Pfister Sisters sind in New Orleans zu Hause und leben und singen alle Stile, die der alte Jazz so hergibt. Sie können swingen und die ganze Traurigkeit des Blues auf die Bühne bringen. Sie beherrschen die Melodien des Bossa nova genauso wie die des Tango, und sie haben dabei eine unglaubliche Präsenz. Das sind starke Frauen und keine Starlets, Charaktere, denen Männer nichts vormachen können. Und das alles gut verpackt mit gut gelaunten Mo­derationen und einem exzellenten musikalischen Arrangement, das vielleicht nur eine Schwäche hat: Es ist zu perfekt.

Pfister Sister

Das ist für unsere Verhältnisse zu routiniert, so glatt heruntergespielt, dass man sich ein paar Brüche wünscht. Aber wahrscheinlich können die drei Damen, die im wirklichen Leben keine Schwestern sind, gar nicht anders. In Amerika wird Perfektion betrieben, man will seine Songs so hören, dass man sie im Ohr mit nach Hause nimmt und vor sich hin summt. Denn wenn man diese wunderbare, alte Musik mag, dann kommt man bei den Pfister Sisters voll auf seine Kosten

Text: Qpferdach

Sister Pfister

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