Theater

„Phädra“ am Renaissance Theater

Corinna Kirchhoffs Phädra, verliebt in ihren Stiefsohn Hippolytos (Jakob Diehl), ist am Renaissance Theater in der Inszenierung des Routiniers Torsten Fischer in ihrer Unbedingtheit des Gefühls eine schillernd Schmerzensreiche, die die Kunst des formvollendeten Schmachtens auf das Eleganteste beherrscht.

Wolfgang Michael als schroffer, seine Wut wiederkäuender Theseus ist das andere schauspielerische Großkaliber auf der Bühne. Um sie herum: Verse-Geratter, Vokal-Gehubere, Finger-Gespreize, Bedeutungs-Geraune. Hier ist alles bedeutungsschwere Geste, erhabenes Gefühl, feierlich zelebrierte Verzweiflung – ein Theater der groß ausgestellten Pathosformeln. Das hat in seinem Kunstwollen etwas Rührendes. Aber da all die Verzweiflungsgesten nicht mit Bedeutung gefüllt, sondern bloß manieriertes Gespreize sind, wirkt das erst unfreiwillig komisch und dann schwer sedierend.

Text: Peter Laudenbach

tip-Bewertung: Uninteressant

Phädra: Termine
Renaissance Theater,
Karten-Tel. 312 42 02

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