Kommentar

„Posen“ von Peter Laudenbach

Vor kurzem haben wir uns an dieser Stelle darüber gewundert, dass das HAU und die Schaubühne, die lange erfolgreich mit der Choreografin Constanza Macras und ihrer Compagnie Dorky Park gearbeitet haben, ihr in dieser Spielzeit keine Aufführungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen

Peter Laudenbach

Da freut man sich natürlich, wenn die Akademie der Künste guten Geschmack beweist und Macras einlädt, ihre neue Dorky-Park-Produktion „The Pose“ zu zeigen. Die Frage, die sich Macras mit dieser Arbeit stellt, kennt jeder, der der Selfie-Kultur misstraut oder ihr verfallen ist: Wie verändern sich Selbstinszenierungen durch die Fülle achtlos erstellter Bilder?
Constanza Macras weitet den Horizont und betrachtet alte und neue Bilder, von der klassischen Porträtmalerei über historische Fotodokumente bis zu Smartphone-Selfies. Das vierstündige Stück „beschäftigt sich mit dem Gedächtnis in Beziehung zum ­architektonischen Raum und den kollektiven Erinnerungen, die er trägt“, verspricht die Choreo­grafin.
Die Zuschauer spazieren in der schön nüchternen Nachkriegs-Moderne-Architektur der einst Westberliner Akademie der Künste durch verschiedene Atmosphären, durch intime Räume und groß angelegten Bühnenarrangements. Die Musik kommt von Robert ­Lippok. Entspannter kann man die Spielzeit vermutlich nicht aus­klingen lassen.

Akademie der Künste Hanseatenweg 10, Tiergarten, So 9.7., Mo 10.7., Mi 12.7. – Mo 17.7., 19 Uhr, Eintritt 25, erm. 13 €

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