Theater

Radiale Nacht mit dem Mahler Chamber Orchestra

RadialeNachtAls das Mahler Chamber Orchestra (MCO)vergangenen November den ersten Ton seiner langen Konzertnacht im Radialsystem anstimmte, deutete sich der Beginn einer  wunderbaren Freundschaft an. Das Orchester zeichnet sich durch Offenheit und Experimentierlaune aus. Dazu passen die Radialen Nächte bestens, bei denen das Format des klassischen Konzerts, typisch für den Stil des Radialsystems, aufgelockert und ausgeweitet wird: räumlich, stilistisch – auch die Verweildauer betreffend.

Bei der zweiten Radialen Nacht mit dem MCO wird das gesamte Radialsystem zum Klangraum. Einzelne Konzerte finden simultan statt, in großen oder kleinen Formationen, teils in Tuchfühlung mit anderen Disziplinen. Es liegt dann am Besucher selbst, welcher musikalischen Route er zwischen Foyer, großem Saal, Terrasse und Obergeschoss folgt. Auch für die rund 60 Musiker steht die Radiale Nacht für eine Spielanleitung der besonderen Art: Wieder werden sich Tänzer der Compagnie Sasha Waltz in die Szenerie mischen und die Instrumentalisten in ihre Choreografien einbinden; die direkte Aufeinanderfolge von symphonischen und kammermusikalischen Werken fordert den Musikern zudem erhöhte Wandlungsfähigkeit ab. Durch den Wechsel etwa von der Orchesterfülle in Schostakowitschs Neunter Symphonie, Hauptstück des Abends unter Leitung von Pablo Heras-Casado, zur intimen Quartettbesetzung, beispielsweise in „John’s Book of Alleged Dances“ des Minimalisten John Adams, ergeben sich reizvolle Kontraste.

Dem Orchester, das 1997 von Claudio Abbado ins Leben gerufen wurde, liegen solche Variationsmöglichkeiten am Herzen, sagt Orchesterintendant Andreas Richter. Auch an symphonische Werke gehe das Ensemble mit dem Spielverständnis von Kammermusikern heran. Transparenz wird auch Schostakowitschs Musik prägen, die neben der Neunten mit dem Cellokonzert Nr. 1 mit Solistin Alisa Weilerstein vertreten ist. Echos auf die russische Romantik wird es auch abseits des Großen Saals in kleinen Formationen geben: in Gestalt des Oktetts von Stravinsky etwa oder Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8. In Berlin wird das MCO auf die Remix-Kunst von DJ Georg Conrad treffen; auch das ein Experiment mit offenem Ausgang – und somit schlüssige Zutat in der nächtlichen Hausmischung.    

Text: Ulrike Rechel
Foto: Holger Talinski


Radiale Nacht – Mahler Chamber Orchestra und Gäste
Sa 9.6., 19.30 Uhr,
im Radialsystem,
Karten-Tel. 288 78 85 88

Verlosung: 5 x 2 Tickets
Mail bis 8.6. an [email protected],
Kennwort: Radiale Nacht

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