Theater

„Regen in Neukölln“ in der Schaubühne

RegenInNeukoellnTrotzdem macht Neukölln Spaß, wahrscheinlich auch dem dreißigjährigen Paul Brodowsky aus Kiel, sonst hätte er kein Theaterstück darüber geschrieben. Da hat er nun alles reingepackt, was der Neuberliner mit Neukölln verbindet: den schmierigen Taxifahrer, eine türkische Assibratze mitsamt heimatlosem Vater, koksende Szenetypen sowie ein paar existenzielle Fragen nach dem Leben und was man sonst noch so wichtig findet. Sogar ein Fuchs taucht auf. Wahrscheinlich, weil sich in der Hasenheide Fuchs und Assi Gute Nacht sagen. Wieso der Fuchs in der Inszenierung von Friederike Heller allerdings im schwarzen Anzug an der Bordsteinkante speist und Champagner trinkt, weiß man nicht so recht. Alles soll, trotz authentischem Flair und radikaler Lebensnähe, ein bisschen geheimnisvoll und poetisch sein. Worte verdrehen sich in den Mündern, Geschichten werden nur angerissen. Eva Meckbach kann als Schauspielerin vieles, aber keine freche, junge Türkin mimen und auch Nils Bormann und Ernst Stötzner können die fehlende Präg­nanz der Inszenierung nicht ausgleichen. Das Theater auf den Straßen Neuköllns ist auf jeden Fall das aufregendere als diese Inszenierung.

Text: Elisabeth Nehring

Foto: Thomas Aurin

tip-Bewertung: Uninteressant

Regen in Neukölln
Schaubühne, 28.+29.4., 20.30 Uhr

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