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Rezension zu „Was Ihr Wollt“ im Deutschen Theater

Rezension zu

In Zeiten geschlechtsneutraler Toi­letten ist Shakespeares „Was ihr wollt“, ein Identitäts- und Geschlechterverwirrspiel, das Stück der Stunde. Dass das Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, muss man Shakespeares Viola (die sich in der Fremde als Mann verkleidet) nicht zweimal sagen. Stefan Pucher inszeniert das am Deutschen Theater mit großem Aufwand und kleiner Inspiration. Da fliegen Holz-U-Boote durch die Lüfte, am Rundhorizont schweben Unterwassertiere vorbei, ab und zu verschlägt es die Verwirrten und Verliebten aber auch wie zur Strafe in einen nüchternen Büro­bau. So ziellos wie das Bühnenbild ist das mehr routinierte als sprühende Spiel, auch wenn Katharina Marie Schubert als androgyne Viola herben Charme entwickelt, Wolfram Koch als ver­trot­tel­ter Ehrgeizling Malvolio gekonnt den Komiker raushängen lässt und Margit Bendokat ihren Narren mit staubtrockener Buster-Keaton-Lakonie versieht.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair

Adresse und Termine: Deutsches Theater, Karten-Tel. 28 44 12 21

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