Theater

Riki von Falken im Radialsystem

Geometry_of_Separation2005 hat die Tänzerin und Choreografin Riki von Falken ihr letztes Stück herausgebracht. Die Pause war nicht freiwillig, die Fördergelder blieben aus. „Aber manchmal“, sagt sie, „sind solche Zeiten, in denen man gelähmt ist und das Gefühl hat, dass nichts passiert, die wichtigsten.“ Eben davon handelt ihre neueste Arbeit, „The Geometry of Separation„, die sie jetzt im Radial­system zeigt. Es ist ein Stück über das Älterwerden, über das Gefühl, an den Rand gedrängt zu werden, und über den festen Willen, seinen Platz zu verteidigen und sich nicht ins Abseits schieben zu lassen.

Persönlich gefärbte Stücke sind Riki von Falkens Spezialität, allerdings in einem sehr speziellen Sinn: Riki von Falken erzählt ihre Geschichten in abstrakten Formen, in Kreisen, Diagonalen und Brüchen, die aber bei ihr keinesfalls abstrakt bleiben, sondern gleichzeitig ganz und gar lebendig und persönlich sind. „Geometrie“, sagt Riki von Falken, „kann fast alles.“

Geometry_of_SeparationRiki von Falken ist jetzt 55 Jahre, für eine Tänzerin ist das sehr alt. Es kommt am Ende aber allein da­rauf an, wie sehr man sich dem eingeschränkteren Bewegungsradius stellt und ihn als interessanten Stoff annimmt. Riki von Falken kann das. „The Geometry of Separation“ hat sie mit der 25-jährigen Filmemacherin Mareike Engelhardt und der 30-jährigen Tänzerin Friederike Plafki zusammen erarbeitet, die ihr als ihr junges Alter Ego in einer Filminstallation begegnet. Am Ende, sagt Riki von Falken, treibt uns alle das Gleiche um. Es nimmt nur eine andere Farbe an.

Text: Michaela Schlagenwerth
Fotos: Franziska Schwarz/schwarzplusgrafik.de

Termine: The Geometry of Separation
im Radial­system V,12.+13.6.2010

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