Theater

„Rosmersholm“ in der Volksbühne

RosmersholmMit Leander Haußmanns Ibsen-Inszenierung „Rosmersholm“ hat die Volksbühne ein zuverlässig wirksames Schlafmittel im Angebot. Auf einer mit Sitzmöbeln aus dem Fundus zugerammschten Vorbühne, hinter der  eine riesige Treppenkonstruktion auf der Drehbühne sinnfrei ihre Runden dreht, mühen sich die Darsteller vergeblich, die ganz alten Theater-Posen zu reanimieren: Rumsteh- und Rumsitztheater der drögeren Sorte. Peter Lohmeyer nuschelt seinen Rosmer bedauernswert ausdrucksarm. Dass der früher ein Pastor war und sich heute für einen wagemutigen Freidenker hält, dass er sich nach dem Selbstmord seiner Frau in die junge Rebekka verliebt hat, ohne sich das selbst einzugestehen, dass also hinter seiner Biedermann-Fassade ein kompliziertes Gefühlsleben tobt, lässt Haußmanns Oberflächen-Regie nicht ahnen. Annika Kuhl als Rebekka versteht sich auf die Kunst des innig aus der Wäsche Guckens. Uwe Dag Berlin muss als verkommener Dichter für Komik sorgen, indem er, auf einem Sessel sitzend, Wasser lässt. Es war dies die erste Theaterregie Haußmanns nach acht Jahren Theaterpause. Nach diesem Abend gönnt man ihm leichten Herzens bis zur nächsten Theaterregie eine weitere lange Pause.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Thomas Aurin

tip-Bewertung: Uninteressant

Rosmersholm Volksbühne, 7., 13., 21.10., 19.30 Uhr, Karten-Tel. 24 06 57 77

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