Performance

„Schwestern“ im Theater RambaZamba

Das Theater RambaZamba tanzt sich in „Schwestern“ an Tschechow heran

Foto: Andi Weiland

Drei Frauenkörper zum Knäuel verschlungen, spiegelblank der Bühnenraum. Man ahnt es schon. Ein Kabinett der Seelenschau ist hergerichtet. Für seine neue Produktion haben sich das integrativ arbeitende RambaZamba-Ensemble und der Regisseur Jacob Höhne Inspiration bei Anton Tschechows „Drei Schwestern“ geholt. Welchen Resonanzboden findet das Drama aus der Zarenzeit um fatal-verstrickte Familienbande und die Sehnsucht nach einem anderen Leben im Heute?
Das Trio Juliana Götze, Hieu Pham und Sara Lu formt eine Antwort in körperlichen Interaktionen, die ohne Text auskommen und dennoch viel erzählen: Sie umklammern sich, schleifen sich über den Boden, nähern sich einander zärtlich an und stoßen sich umso unnachgiebiger wieder ab. Aus einer Ecke tönen immer wieder zackige Zählkommandos. In einem Haufen von Reklameheften thronend, ist es Sven Hakenes, der in der Rolle der Vater­figur und des Zeremonienmeisters das ­Geschehen vorantreibt. Für atmosphärische Dichte in dieser Parabel um persönliche Freiheiten, Sehnsüchte und Gefangensein in Strukturen sorgt der dunkel-drängende Elektrosound, der „Schwestern“ bis ans Ende trägt. Sechzig Minuten hochkonzentriertes physisches Theater.

Theater RambaZamba Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Do – Sa 20. – 22.7., 19 Uhr, Eintritt 18, erm. 10 €

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