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„Shakespeare – Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige?“ am Deutschen Theater

shakespeareSpiele_c_ArnoDeclairDer Königsmord ist auch nicht mehr, was er mal war. In Dimiter Gotscheffs Shakespeare-Collage am Deutschen Theater („Shakespeare – Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige“) wird der Mord wahlweise zur Clownsnummer oder zur gut gelaunt absurden Showeinlage. Wie Geier hängen die schwarzen Scheinwerfer-Batterien über der Bühne (Bühnenbild: Katrin Brack). Gotscheffs Szenen-Collage kommt ohne durchgehende Erzählung aus, ein Shakespeare-Labyrinth, in dem sich die Szenen aus „Macbeth“, „Richard III.“, „Julius Cäsar“, „Othello“, „Hamlet“ und Heiner Müllers „Hamletmaschine“ locker ineinander schieben. Das Spiel katapultiert Shakespeares Tragödien ins Grand Guignol.

Wolfram Koch macht aus den Intrigen-Dialogen zwischen Jago und Othello eine komische Solonummer. Meike Droste und Ole Lagerpusch beweisen, dass Ophelia und Hamlet nicht zu helfen ist. Samuel Finzi macht aus Julius Cäsar einen realpolitischen Kasper und aus Macbeth einen grimassierenden Psychopathen. Zwischendurch krabbelt ein Gorilla über die Bühne. Eine Freejazz-Band sorgt mit prächtigem Lärmen für gute Laune. Dass der Abend trotzdem nur bedingt aufgeht und sich immer wieder in Manieriertheiten verliert, liegt an der Gesamtkonstruktion der Collage, die von jedem Stück nur Fetzen zu fassen bekommt.    

Text: Peter Laudenbach
Foto: Arno Declair
tip-Bewertung: Zwiespältig

Shakespeare – Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige?
im Deutschen Theater,
z.B. Fr 21.12., 20 Uhr, So 16.12., 19 Uhr,

 

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