Theater

„Wassa Schelesnowa“ am Deutschen Theater

DT_wassa_schelesnowa_9966_c_ArnoDeclair… und darin Studien depressiv verstörter Bürger zu entdecken. Wie schon in „Kinder der Sonne“ zeigt er jetzt das Personal von „Wassa Schelesnowa“ als überreizte und reichlich unsympathische Zeitgenossen. Die drohende Insolvenz des familieneigenen Speditionsunternehmens treibt die innerfamiliären Konflikte und Lebenslügen zu schönster Blüte. Der lauernd und giftig geführte Kampf ums Erbe und der frei laufende Narzissmus der luxusverwahrlosten Familienjugend wirkt desto absurder, je klarer wird, dass der Wohlstand ziemlich fragil ist und das Erbe vor allem aus Schulden besteht. Corinna Harfouch geht als marktwirtschaftsgestählte Familienunternehmerin mit ihren Gefühlen so sparsam um wie mit dem Firmen-Budget.  Schon wie sie zu Beginn ihren Apfel sorgsam in sehr schmale Scheiben schneidet, lässt einen Hang zu Pedanterie und kühler Berechnung ahnen, aber auch das wird die Firma nicht retten.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair

tip-Bewertung: Sehenswert

Wassa Schelesnowa Deutsches Theater, Karten-Tel. 28 44 12 21

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