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Tanz im August 2012 – Übersicht der Stücke – Teil 2

A Coming Community (Ampe, Garrido, Heisig & Lucas/Campo, Brüssel/Berlin/Lissabon)
Was passiert, wenn zwei Performerpaare, die in dieser Form noch nie gemeinsam gearbeitet haben, unbedingt ein Stück zusammen machen wollen? Davon erzählt dieses Stück. Die fünf Choreografen haben sich in die kreative Wüste zurückgezogen, um einander näherzukommen. Ob es den vier unverwechselbaren Charakteren tatsächlich gelingen wird, zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen – und wer dabei die meisten Kompromisse eingeht – darauf darf man gespannt sein.
16.-18.8. HAU 3

Constructing Resilience (Ehud Darash, Berlin/Tel Aviv)
In diesem Langzeitprojekt werden zeitlich begrenzte lokale Gemeinschaften von Individuen aufbaut, die Körperpraktiken im öffentlichen Raum verorten. Initiiert wurde das Projekt kurz vor dem Ausbruch der »Proteste für soziale Gerechtigkeit« in Israel im Sommer 2011. Nach seiner Fortsetzung während der Occupy Wall Street-Aktionen in New York und einer weiteren Station in Tel Aviv findet »Constructing Resilience« nun in Berlin seinen Abschluss. Durch kollektive Straßenbegehungen und die Projektion bestimmter Gedankenwelten auf die Umgebung versucht das Projekt, eine Bewegung hervorzubringen. Diese Erfahrungen können geteilt werden, u.a. unterschiedlichen Demonstrationszeremonien oder durch Teilnahme am Arbeitsprozess der Gruppe an vier Terminen (mit Anmeldung).
17.+18.8. Sophiensale

This_is_not_a_Love_StoryThis Is Not A Love Story (Gunilla Heilborn, Stockholm)
In unterschiedlichen Rollen treffen eine Frau und ein Mann in diesem Stück aufeinander, berühren einander, tanzen miteinander und erzählen einander vor allem Geschichten. Aus sparsam eingesetzem Bewegungsmaterial und wunderbar unterkühlten Dialogen entwickelt Heilborn eine überaus originelle Hommage an den Roadmovie-Klassiker „Fluchtpunkt San Francisco“ von Richard C. Sarafian. Wie der Protagonist dieses Kinofilms erreicht auch das Paar von „This is not a love story“ niemals sein Ziel.
17.+18.8. Akademie der Künste


Tabula Rase (Kom.Post)
Das Künstlerkollektiv kom.post begleitet das Festival mit dem Projekt „Tabula Rasa“, das unterschiedliche Formen annehmen wird.
11.+19.8. Podewil

 


CrackCrack (Arco Renz/Kobalt Works & Amrita Performing Arts, Brüssel/Phnom Penh)
Sechs junge Männern und Frauen bewegen sich zu elektronischer Musik, die immer treibender wird, doch die Bewegungen sind ungewohnt: es sind die des Khmer-Tanzes , der zur Zeit der Pol Pot-Diktatur in Kambodscha beinahe ausgelöscht worden wäre. Gemeinsam mit dem in Brüssel lebenden deutschen Choreografen Arco Renz entwickeln haben die Tänzer aus dieser Tradition etwas Neues entwickelt.
18.+19.8. HAU 2

Ship_Of_FoolsShip of Fools (Niv Sheinfeld & Oren Laor, Tel Aviv)
Zwei Männer und eine Frau teilen sich einen Raum. Situationen entstehen scheinbar zufällig und verändern sich ständig. Aus harmlosem Miteinander entstehen unvermittelt dramatische Konflikte. Ein naives Gespräch zwischen zwei Bekannten stellt plötzlich die eigene Existenzberechtigung in Frage. Ausgehend von Sebastian Brants mittelalterlicher Moralsatire „Das Narrenschiff“ entwickelt das israelische Regie- und Choreografenduo Niv Sheinfeld & Oren Laor eine schwarzhumorige Reise durch die Abgründe der menschlichen Seele.
18.+19.8. Podewil

Snakeskins – A Fake Solo (Par B.L.eux/Benoоt Lachambre)
Häutungen, Transformationsprozesse sind Zentrum dieses Stücks. – eine weitere Etappe von Benoоt Lachambres unermüdlicher Bewegungsforschung auf der Suche nach dem authentischen Ausdruck. »Snakeskins« spielt mit dem Blick des Zuschauers und lässt ihn darüber im Unklaren, ob er passiver Teilnehmer oder Provokateur, Versuchstier oder Manipulateur ist. Eine multimediale, multisensorische Performance rund um die Begriffe Haut und Oberfläche. 
19.-21.8. Halle – Tanzbühne

On Trial Together – Berlin Episode (Ana Vujanovic & Sasa Asentic, Belgrad/Novi Sad)
Das Projekt bewegt sich zwischen Theaterstück, Choreografie, Gesellschaftsspiel und Happening. Die Bühne verwandelt sich darin in eine Art Agora, in der sich Bürger durch fiktive Situationen mit wichtigen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv in unterschiedlichen politischen Systemen. Dabei sind alle Zuschauer gleichzeitig auch aktive Teilnehmer der Performance.
20.8. Sophiensaele

A Gesture That Is Nothing But A Threat (Sofia Dias & Vitor Roriz, Lissabon)
Selbst im größten Chaos versucht unser Gehirn noch, Logik und Ordnung herzustellen. Mit einfachsten Mitteln stellt das portugiesische Choreografen-Duo Sofia Dias und Vнtor Roriz unser Wahrnehmungsvermögen auf den Kopf. Wenige Gesten und Worte rund um einen kleinen Holztisch herum reichen ihnen aus, um vollkommen neue assoziative Welten zu eröffnen. Simple Sätze werden so lange wiederholt, bis sie sich unmerklich transformieren, Alltagsgesten verbinden sich zu rätselhaften Bewegungssequenzen, Gesichtsausdrücke werden bis zur Unkenntlichkeit gemorphed.
21.-23.8. HAU 3


Mimosa(M)imosa (Bengolea, Chaignaud, Harrell, Freitas, Paris/NY/Lissabon)
Drag Queen, Latino -Rockstar, Ballerina und Butch-Lesbe zugleich – das ist Mimosa. In einer teils schrillen, teils anrührenden Nummernrevue wetteifern François Chaignaud, Cecilia Bengolea, Trajal Harrell und Marlene Montero Freitas um ihre originellste Verkörperung. Ein grellbuntes Spektakel, das gleichzeitig auf unprätentiöse Art und Weise über Themen wie Gender, Sexualität und Hautfarbe reflektiert.
21.+22.8. HAU 2

GnosisGnosis (Akram Khan, London)
Nach mehreren großen Gruppenstücken kehrt Akram Khan mit dem zweiteiligen „Gnosis“ höchstpersönlich auf die Bühne zurück. Im ersten Teil des Abends nimmt der britisch-bengalische Choreograf Motive aus zwei älteren Kathak-Solos »Polaroid Feet« und »Tarana« auf, wobei er im Dialog mit seinem internationalen Musikerensemble zu rhythmischer Höchstform aufläuft. Anschließend übersetzt er im Duett mit der Ex-Graham-Solistin Fang-Yi Sheu eine Legende aus dem indischen Nationalepos Mahabharata in zeitgenössische Bewegungssprache: Königin Ghandari, die sich die Augen verbindet, um die Welt so zu erleben wie ihr blinder Ehemann, zerbricht am Konflikt mit ihren kriegerischen Söhnen und stirbt schließlich auf dem Scheiterhaufen.
22.+23.8. HAU 1

Corps_de_WalkCorps De Walk (Carte Blanche, Bergen/Sharon Eyal & Gai Behar, Tel Aviv)
Mit der gefährlichen Erotik der Masse beschäftigt sich die israelische Choreografin Sharon Eyal in ihrer jüngsten Schöpfung für das norwegische Ensemble Carte Blanche. In fleischfarbenen Bodysuits mit weißen Kontaktlinsen und mit identischen Frisuren stiefeln die zwölf Tänzer wie Aliens durch das Stück. Mit geradezu beängstigender Präzision oszilliert die Gruppe zwischen roboterartigen Aufmärschen und ekstatischen heidnischen Fruchtbarkeitsriten. Unterstützt von dem Technokünstler Gai Behar und dem DJ Ori Lichtik parodiert die Choreografin die großen Gruppenszenen des klassischen Balletts und stellt ihnen ein aktuelles Gegenbild entgegen, das direkt von der Tanzfläche eines futuristischen Techno-Clubs zu stammen scheint.
23.+24.8. Volksbühne

Fotos: Naama_Landau, Stefan_Bohlin, Jean-Luc_Tanghe, Gadi_Dagon, Natasa_Murge_Savic, Lucian_Renitsa, Christine_Rose_Divito, Paula_Court, Erik_Berg 

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