Revue

„The One“ im Friedrichstadtpalast

Mode in Aktion: Bei „The One“ überzeugen vor allem die Kostüme von Gaultier

Foto: Sven Darmer

Seit Wochen schon sah man das Plakat überall in der Stadt, darauf eine strahlende Frau. Auf dem Kopf trägt sie armlange, schillernde Federn. Am Körper einen Hauch von Nichts – ein paar kunstvoll drapierte Ketten auf ­engem, mit Tattoos bedrucktem Trikot, das sie wie nackt aussehen lässt. „Costumes bei Jean-Paul Gaultier“, steht daneben. Es ist das Werbeplakat zu „The One“, der neuen Revue des Friedrichstadtpalastes.
Fashion-Freaks dürften zu den wichtigeren Zielgruppen gehören, die das Revue-Theater  in Mitte anpeilt. Nach Michael Michalsky („Yma“) und Thierry Mugler („The Wyld“) klotzt die Bühne nun mit einer lebenden Legende: Spätestens seit er 1990 die Outfits für Madonnas „Blond Ambition Tour“ entwarf, gehört Jean-Paul Gaultier zu den ganz Großen.

Tatsächlich kommen Modeliebhaber bei „The One“ voll auf ihre Kosten. Die rund 500 Kos­tüme repräsentieren vom schottenkarierten Männerrock über den kecken Marine-Look bis hin zum spitzbrüstigen Bustier nicht nur einen Querschnitt durch Gaultiers Schaffen. Präsentiert an den gelenkigen Körpern der tollen Tänzer und Tänzerinnen sowie an diversen Artisten, kann man sich keine besseren ­Models für die Sachen denken. Schade ­jedoch, dass die Mode der einzige rote Faden ist: Gleich zum Show-Anfang belehrt eine Ansage, man dürfe bei „The One“ keinen inhalt­lichen Zusam­menhang erwarten. Eine Bühne, die die Latte von vorneherein möglichst tief hängt? Wie doof ist das denn!

Friedrichstadtpalast Di, Do –  Sa 19.30 Uhr, Sa + So 15.30 Uhr, Eintritt 19,80–140,79 €

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