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„Theater als ?Beute“ von Peter Laudenbach

Eines seiner letzten Kunstwerke war ein Plakat, auf dem man lesen konnte, was er zum Beispiel über die Berliner Kulturpolitik und ihren Umgang mit der Volksbühne dachte: „Fuck off.“ Im Gespräch mit der Kulturzeitschrift „Lettre International“ sagt er es höflicher, aber nicht weniger klar: „Theater und Tanz verwertbar zu machen, daran wird jetzt gearbeitet. Tanz als Beute. Theater als Beute. Ständig muss neues Material in den Markt eingefüttert werden, der Markt braucht ständig neue Sensationen.“
Bert Neumanns Kunst war in seinen 23 Jahren an der Volksbühne dagegen immun, die eigene Bedeutung mit ihrem Marktwert zu verwechseln. Allein diese Haltung dürfte für Kuratoren, verbissen um ihre Position kämpfende Marktteilnehmer und andere Trendstreber seltsam unverständlich sein. Unter anderem diese der Kuratoren-Logik inkommensurable Fremdheit macht den Reiz der Volksbühne aus. Neumanns letzte große Bühne denkt wieder mal ziemlich prinzipiell über das Theater und seine Grenzen nach. Sie macht sich elegant über die  inflationäre Mode des Theaters im Stadtraum lustig: Für die kommenden zwei Spielzeiten ist der Innenraum der Volksbühne asphaltiert – zum ersten mal zu sehen bei Castorfs „Karamasow“-Premiere am 6.November.

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