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Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins

Die Theater in Mitte zählen zu den wichtigsten Bühnen der Stadt: Große Häuser für Sprech- und Musiktheater findet man hier, genießt Operninszenierungen am Bebelplatz oder gewitzte Abende an der Volksbühne. Aber auch die Freie Szene hat ihren Platz: Wer Performances und Tanz sucht oder sich nach ungewöhnlichen Stücken in kleinen Theatern sehnt, ist hier richtig. 12 Theater in Mitte stellen wir euch vor.


Maxim Gorki Theater

Das wichtigste Berliner Theater für die migrantische Community ist das Maxim Gorki. Foto: Imago/agefotostock
In Mitte ist das wichtigste Theater für die migrantische Community: das Maxim Gorki. Foto: Imago/agefotostock

Berlins kleinstes Staatstheater fasst gerade einmal 440 Menschen, das Gebäude wird aufgrund seiner ausgesprochen musikalischen Geschichte immer noch ab und an als Singakademie bezeichnet, aber statt Chorgesang geht’s hier längst choreografisch zu.

Gegründet wurde das Maxim Gorki Theater als „Ort zur Pflege russischer und sowjetischer Theaterkunst“, die Ausrichtung des Hauses war danach so wechselhaft wie an kaum einem anderen Theater in Berlin. Ein mustergültiger Ort für sozialistischen Realismus war das Gorki einst, aber auch Premierenort für deutsche Gegenwartsdramatik (Heiner Müller arbeitete in den letzten DDR-Jahren als Dramaturg am Gorki) und Treffpunkt für sachten Widerstand gegen die SED.

Bernd Wilms (später am DT) leitete das Gorki, auch Armin Petras setzte als Intendant Impulse. Längst wird das kleine Haus aber international wahrgenommen als einer der politischsten und vielfältigsten Orte in Berlin. Mit der Intendantin Shermin Langhoff sind queere, kapitalismuskritische und die migrantische Community betreffende Themen prägend geworden.

  • Maxim Gorki Theater Am Festungsgraben 2, Mitte, Tel. 030/20 22 10, www.gorki.de

Sophiensaele

Die Sophiensaele sind für die freie Szene eine wichtige Spielstätte. Foto: Imago/Joko
Die Sophiensaele sind für die freie Szene eine wichtige Spielstätte. Foto: Imago/Joko

Im deutschsprachigen Raum gibt es ein dichtes Netzwerk freier Theaterhäuser mit internationaler Ausrichtung: Kampnagel in Hamburg etwa, Mousonturm in Frankfurt am Main, brut Wien, das Zürcher Theaterhaus Gessnerallee – und in Berlin die Sophiensaele, die offiziell 1996 mit Sasha Waltz’ Produktion „Allee der Kosmonauten“ eröffnet wurden. Sasha Waltz, Jochen Sandig, Jo Fabian, Zebu Kluth und Dirk Cieslak sind die Gründungsmitglieder der Produktionsstätte, seit 2011 ist Franziska Werner künstlerische Leiterin der Sophiensaele – Waltz ist weiterhin Gesellschafterin, ist aber mit Sasha Waltz & Guests mittlerweile ins Radialsystem umgezogen.

Performances und Tanz umfasst das Programm der Sophiensaele aber nach wie vor, darüber hinaus auch Diskursveranstaltungen, Musik und natürlich Theater. Auch beim Theatertreffen sind Produktionen der Sophiensaele eingeladen worden: mit Thorsten Lensings Adaption von David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“, Milo Rau und dem International Institute of Political Murder sowie 2020 mit Florentina Holzingers „Tanz“. Regelmäßig im Programm vertreten sind auch sind Vanessa Stern, Martin Nachbar, Monster Truck, Christoph Winkler, Sebastian Matthias, Interrobang und Turbo Pascal. Rund 100 Projekte präsentieren die Sophiensaele jedes Jahr, und gerade für den Nachwuchs bedeutsam sind die Tanztage Berlin und die Plattform „Freischwimmen“.


Acker Stadt Palast

Ein kleines Theater in Mitte mit spannender Geschichte und tollem Programm: Acker Stadt Palast. Foto: Tuca Vieira
Ein kleines Theater in Mitte mit spannender Geschichte und tollem Programm: Acker Stadt Palast. Foto: Tuca Vieira

An der Ackerstraße in Mitte ist eines der vielleicht schönsten Kulturprojekte Berlins zuhause: der Schokoladen. Die ehemalige Schokoladenfabrik wurde 1991 von Künstler:innen besetzt, die sich lange Streitigkeiten um das Haus lieferten. 2011 berichteten wir ausführlich über die Auseinandersetzungen um den Schokoladen, 2012 war dann eine Lösung gefunden. Das lange umkämpfte Haus ist nicht nur Raum für Konzerte, bei denen man sich fühlt wie in einem wilderen, lebendigeren Berlin der Vergangenheit, sondern es finden auch Theateraufführungen statt.

Denn hier befindet sich der Acker Stadt Palast, mit einer gewissen Portion Größenwahn erinnert der Name an den Admirals- und Friedrichstadt-Palast. Seit 2012 leitet Stefan Wolf das kleine Theater in Mitte, das frei nach einem alten Slogan der Hausbesetzer:innen-Szene „Das ist euer Haus“ proklamiert. Auf der Bühne stehen zahlreiche Newcomer:innen, die Grenzen zwischen Publikum und Produktion verwischen hier ohnehin, und das Programm verbindet zeitgenössischen Tanz, Sprechtheater, Performance und Neue Musik.

  • Acker Stadt Palast Ackerstraße 169/170, Mitte, Tel. 030/441 00 09, mehr Infos, Tickets und Spielplan hier

Acud Theater

Im Kulturhaus Acud gegenüber dem Weinbergpark finden auch Theateraufführungen statt. Foto: Imago/Pop-Eye

Es waren wilde Zeiten in Mitte, die Jahre nach der Wende. Davon zeugt auch der Verein Acud, der 1990 als Zusammenschluss vieler künstlerischer Projekte entstanden war und an die Veteranenstraße zog. Den Verein gibt es nicht mehr, 2014 rettete aber eine Gruppe von Künstler:innen das akut bedrohte Projekt. Das Haus wird ganz vielfältig genutzt: Partys finden im Acud ohnehin statt, die Räume können auch für Ausstellungen genutzt werden, Konzerte gibt es hier genauso wie langfristige Kooperationen mit dem Literaturbetrieb, so etwa die regelmäßigen „KOOKread“-Lesungen.

Und natürlich bietet so ein Haus in Mitte auch Theater: Rund 70 Plätze fasst der schlichte Bühnenraum, in dem jedes Jahr rund 120 Aufführungen gegeben werden, darunter zahlreiche Uraufführungen und Neuinszenierungen.

  • Acud Theater Veteranenstraße 21, Mitte, Tel. 030/44 35 94 97, Programm, Tickets und weitere Infos hier

TD Berlin

Der Theaterdiscounter in der Klosterstraße steht vor dem Aus, die Besitzer des Gebäudes haben dem Theater gekündigt. Foto: Theaterdiscounter
Das schlichte Gebäude war einst ein Fernmeldeamt, mittlerweile ist es ein bedeutendes Theater für unabhängige Produktionen. Foto: TD Berlin

TD Berlin heißt das Haus mittlerweile, die längste Zeit war es jedoch als Theaterdiscounter bekannt. Discounter? Das lag an den tatsächlich sehr niedrigen Preisen, denn während man in größeren Häusern für die guten Plätze gern mal den 50-Euro-Schein locker machen muss, kosten die Tickets hier eher 15 Euro. Das Theater in Mitte, mittlerweile im ehemaligen Fernmeldeamt Ost an der Klosterstraße untergebracht, wurde 2003 von Schauspieler:innen und Regisseur:innen gegründet, die vor allem zeitgenössische Dramatik und ungewöhnliche Gastspiele auf die Bühne bringen wollten.

Der Discountergedanke war auch eine Aussage zu prekären Produktionsbedingungen ohne öffentliche Förderung, auch wenn mittlerweile der Name anders lautet: Das Theater in Mitte heißt seit 2020 schlicht TD Berlin. Hier blickt man aufs Rote Rathaus, auf den Molkenmarkt oder eben auf die Bühne, auf der rund 30 verschiedene Theaterarbeiten pro Jahr gezeigt werden. Aber auch für Festivals ist Raum, ebenso für Debatten um die Zukunft der Stadt.

  • TD Berlin Klosterstraße 44, Mitte, Tel. 030/28 09 30 62, Spielplan, Tickets und Infos hier

Friedrichstadt-Palast

Steht mittlerweile unter Denkmalschutz: der Friedrichstadt-Palast. Foto: Imago/Schöning

„Ich baue keinen billigen Larifari-Schuppen, von dem die Leute sagen: Guckt mal, das ist die kleinkarierte DDR“, sagte Manfred Prasser, einer der wichtigsten DDR-Architekten in Berlin, über den Friedrichstadt-Palast. In der Tat stellt die 1984 eröffnete High-Tech-Bühne ihre Konkurenz schon technisch in den Schatten, zudem verfügt keines der Theater in Berlin über mehr Plätze. Die Geschichte des Friedrichstadt-Palasts erzählen wir euch hier im Detail.

Auf die Hochphase als prägende DDR-Showbühne und Austragungsort für das beliebte Fernsehformat „Ein Kessel Buntes“ folgte eine längere Durstrecke mit zahlreichen Leitungswechseln. Seit Bernd Schmidt 2007 die Geschicke des Palasts in die Hand nahm, ist es jedoch kontinuierlich bergauf gegangen. Die Revuen mit eigenem Tanzensemble, spektakulären Kostümen und eigenem Orchester erzählen sicherlich nicht die komplexesten Geschichten und werden nie zum Theatertreffen eingeladen.

Aber der bildgewaltige Bühnenzauber von Abenden unter Titeln wie „Vivid“, „Wylde“ oder „Arise“ zählt zum erfolgreichsten, was in Berliner Theatern angeboten wird – und zum zugänglichsten. Gerade bei Berlin-Besucher:innen aus aller Welt ist das Theater in Mitte eine der ersten Adressen. Entsprechend international fällt dann auch das Lob der Presseschauen und der Glamour der Premierenabende aus.

  • Friedrichstadt-Palast Friedrichstraße 107, Mitte, Tel. 030/23 26 23 26, www.palast.berlin

Berliner Ensemble

Als Berliner Ensemble wurde einst nur Brechts Theatergruppe bezeichnet, heute ist es der Name des Theaters. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Als Berliner Ensemble wurde einst nur Brechts Theatergruppe bezeichnet, heute ist es der Name des Theaters. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Wer Bertolt Brecht ausschließlich als Schullektüre kennt, hat vielleicht das Nachkriegsschaffen des Regisseurs nicht auf dem Schirm: Der Begründer des epischen Theaters baute in Berlin eine Theatergruppe auf, eine zentrale Rolle spielte dabei auch Helene Weigel, nach Brechts Tod selbst langjährige Intendantin.

Dieses Berliner Ensemble – anfangs ausschließlich als Name der Gruppe verwendet – trat im Theater am Schiffbauerdamm auf, gespielt wird dort noch heute. Das Berliner Ensemble, mittlerweile wird das Theater selbst so bezeichnet, hat viele Intendant:innen erlebt, darunter in einer chaotischen Phase so verschiedene Menschen wie Fritz Marquardt, Heiner Müller, Peter Zadek und Martin Wuttke, lange Jahre auch den legendären Claus Peymann als Leiter.

Legendär sind auch viele Stücke am BE: Heiner Müllers letzte Arbeit „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ nach Brecht hatte am 3. Juni 1995 Premiere, Martin Wuttke als Hauptdarsteller hat ein Vierteljahrhundert vor ausverkauftem Haus gespielt. Und die nicht minder legendäre „Dreigroschenoper“, erstmals 1928 im Theater am Schiffbauerdamm aufgeführt, wurde hier seit 2007 in einer umjubelten Robert-Wilson-Inszenierung mit Jürgen Holtz gegeben.

Zur Spielzeit 2017/18 trat Oliver Reese die Nachfolge von Peymann an, der ihn als „handzahmen Verwalter“ beschimpfte. Die Schlammschlacht ließ Reese, der zuvor dem Schauspiel Frankfurt ungeahnte Höhenflüge bescherte, ausfallen. Sein Berliner Ensemble ist auf zeitgenössische Dramatik ausgerichtet, ab und an steht aber auch noch Brecht auf dem Spielplan.


Volksbühne

Legendär: das Räuberrad, Wahrzeichen der Volksbühne seit Castorfs Zeiten. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das große Schlachtschiff Volksbühne hat schon bessere Zeiten gesehen. Und natürlich viel schlechtere. Das 1913 durch Spenden proletarischer Mitglieder finanzierte Haus wurde in den Jahren des Ersten Weltkriegs vom legendären Max Reinhardt geleitet, in den 1920er-Jahren arbeitete auch Erwin Piscator für das Haus – von dessen Reformbestrebungen war aber im Nationalsozialismus nicht mehr viel übrig. Die Volksbühne wurde völkisch.

Die wohl prägendste Zeit für das Haus begann aber erst 1992, als Frank Castorf seine Intendanz antrat und mit gewaltigen, manche sagen auch: strapaziösen Inszenierungen in langen Theaternächten Klassiker sezierte. Diplomatisch war Castorfs Stil sicher nicht, doch seine Zeit brachte Künstler:innen wie Sophie Rois, Christoph Marthaler, Christoph Schlingensief, Corinna Harfouch, René Pollesch und viele weitere hervor. 2017 endete die Ära Castorf, zeitweise verschwand sogar das ikonische Räuberrad, entworfen vom prägenden Bühnenbildner Bert Neumann, von der Wiese am Rosa-Luxemburg-Platz. Castorfs Nachfolger Chris Dercon konnte sich mit einem auf internationalen Festivalbetrieb ausgerichteten Konzept nicht halten, Interimsintendant Klaus Dörr blieb ebenfalls nur kurz im Amt.

Mit René Pollesch kehrt ein großer Teil des alten Volksbühnen-Teams ans Haus zurück, dabei aber deutlich diverser aufgestellt als unter Castorf, zudem viel weniger autoritär. Polleschs Stücke haben noch nie die Länge eines Kinofilms überschritten, sein postdramatisches Theater kennt sich in Theoriefragen mindestens so gut aus wie in Filmgeschichte und Slapstick. Daneben spuken im Haus noch immer die guten Geister der Nachwendezeit und der widerständigen Intelligenzija der späten DDR.


Deutsches Theater

Klassische Architektur, Klassiker auf der Bühne. Foto: Imago/Schöning

Das Deutsche Theater ist eines der ältesten Theater in Berlin, schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier erst seichtes Spaßprogramm, später vornehmlich klassikerlastiges und bildungsbürgerliches Theater gespielt. Der umtriebige Max Reinhardt prägte das Haus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ließ das Nachbargebäude zu den Kammerspielen ausbauen. Das Deutsche Theater erlebte viele bedeutende Inszenierungen: Brechts „Mutter Courage“ mit Helene Weigel in der Hauptrolle wurde hier aufgeführt, bevor das Berliner Ensemble an den Schiffbauerdamm zog. Und Benno Besson, zeitweise auch Volksbühnen-Intendant, ließ sich hier für Stücke wie „Der Frieden“ (Aristophanes, bearbeitet von Peter Hacks) 45 Minuten lang zujubeln.

Nach der Wende prägte zunächst Thomas Langhoff das Haus, nach ihm Bernd Wilms, der mit Regisseur:innen wie Barbara Frey, Dimiter Gotscheff, Jürgen Gosch und Michael Thalheimer neuen Glanz ins alte Haus brachte: Das DT wurde 2005 zum Theater des Jahres gewählt.

Aktueller Intendant ist Ulrich Khuon, mit Persönlichkeiten wie Ulrich Matthes, Constanze Becker, Samuel Finzi, und Nina Hoss. Zeitgenössische Arbeiten und Klassiker stehen gleichermaßen auf dem Spielplan, regelmäßig finden zudem Theaterfestivals statt, etwa „Radar Ost“ mit wichtigen Produktionen aus Osteuropa.


Chamäleon

Hinter den schönen Fassaden wird Theater gespielt. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Die Hackeschen Höfe zählen sicherlich zu den schönsten Orten in Berlin – und hier findet man auch eines der ungewöhnlichsten Theater in Mitte: das Chamäleon. Im ersten Obergeschoss eines Quergebäudes an der Rosenthaler Straße befand sich einst ein Festsaal, der zwischenzeitlich auch als Kantine, Lagerraum und Probebühne von Tanzensembles diente.

1991 zog hier ein Theater ein: das Chamäleon unter der künstlerischen Leitung des beliebten Clowns Harald „Hacki“ Ginda, der ein Programm mit Varieté- und Kleinkunstaufführungen etablierte, aber 2004 insolvent ging. 2004 eröffnete das Theater unter neuer Leitung wieder, die historische Jugendstil-Einrichtung wurde umfassend saniert und ein Showkonzept etabliert, bei dem Artist:innen aus aller Welt innovative Programme zeigen, während das Publikum – für Theater eher ungewöhnlich – an Bistrotischen Platz nimmt.

Das Theater in Mitte ist Berlins einzige Bühne, die sich ausschließlich dem Neuen Zirkus widmet: Statt einer bloßen Nummernrevue folgen die Shows einem dramaturgischen Konzept, im Mittelpunkt der genreübergreifenden Inszenierungen steht spektakuläre Akrobatik.

  • Chamäleon Theater Berlin Rosenthaler Straße 40/41, Tel. 030/400 05 90, Spielplan, Tickets und weitere Infos hier

Komische Oper

Musiktheater für alle, das verspricht die Komische Oper Berlin. Foto: Imago/Schöning

Was für ein Gegensatz: Das schlichte Äußere des Theaterbaus an der Behrenstraße bereitet Gäste nicht darauf vor, wie historisch und prunkvoll der neobarocke Publikumsraum noch immer ist. Das Gebäude wurde bereits 1892 errichtet, den Zweiten Weltkrieg überstand es aber nur teilweise.

Früher wurden hier Revuen und Operetten gezeigt, 1947 begann dann die Geschichte der Komischen Oper: Die erste Inszenierung war eine Aufführung der exzentrischen Strauss-Operette „Die Fledermaus“ über eine denkwürdige Nacht, inszeniert von Gründungsintendant Walter Felsenstein. Dessen Konzept ist nach wie vor wegweisend: Stücke werden in deutscher Fassung gezeigt, und bei hohem künstlerischen Anspruch sollen volkstümliche Werke zugänglich gemacht werden. Das zeigt sich auch an Projekten wie „Selam Opera!“, mit dem sich das Haus für türkischsprachige Menschen öffnet, abe auch abseits der Bühne, denn einen strikten Opern-Dresscode gibt es hier nicht. Derzeit leitet Barrie Kosky die Komische Oper, der von 2023 bis 2027 Sanierungsarbeiten bevorstehen. Danach wird das Theater in Mitte auch um einen Neubau erweitert – ein Entwurf steht bereits fest.

  • Komische Oper Berlin Behrenstraße 55-57, Mitte, Spielplan, Tickets und weitere Infos hier

Staatsoper Unter den Linden

Die Staatsoper Unter den Linden, manchmal Lindenoper genannt, ist eines der ältesten Theaterhäuser in Berlin. Foto: Imago/Joko

Dieses Theater in Mitte ist schon architektonisch einer der wichtigsten Orte in Berlin: Der preußische Baumeister Georg von Knobelsdorff, der Berlin und Potsdam prägte, legte 1741 den Grundstein für das seinerzeit größte Theatergebäude Europas, das in den Jahrhunderten nicht nur zahlreiche Umbenennungen erlebt hat, sondern auch große Musiktheaterkunst. Mozart-Opern konnte man hier zum ersten Mal in deutscher Sprache hören, hier arbeiteten August Wilhelm Iffland, (dessen Namen man heutzutage am ehesten vom Iffland-Ring für bedeutende Schauspieler kennt) und Richard Strauss, hier wurde auch Alban Bergs „Wozzeck“ uraufgeführt.

Heute ist die Staatsoper untrennbar verbunden mit einem Namen: Daniel Barenboim. Seit 1992 ist er künstlerischer Leiter, längst auch von der Staatskapelle zum Generaldirektor auf Lebenszeit ernannt worden. Auf dem Spielplan stehen natürlich Klassiker der Operngeschichte, das Theater in Mitte begeistert aber auch immer wieder mit innovativen Inszenierungen, Autokino-Theater etwa, sowie mit der „Staatsoper für alle“ – dabei kann man jedes Jahr der Musik auf dem Bebelplatz kostenlos lauschen und Inszenierungen auf einer großen Leinwand sehen.

  • Staatsoper Unter den Linden Unter den Linden 7, Mitte, Tel. 030/20 35 45 55, Tickets, weitere Infos und Spielplan hier

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Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei: 12 bedeutende Theater in Berlin. Immer aktuelle Texte lest ihr in unserer Kultur-Rubrik. Ihr wollt mehr wissen über das Herz der Stadt? Hier erfahrt ihr mehr über den Ortsteil Berlin-Mitte.

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