Theater

Trilogie der schönen Ferienzeit am BE

Wie anstrengend, in Urlaub zu fahren, obwohl überhaupt kein Geld dafür da ist und sich die offenen Rechnungen häufen – und trotzdem Wohlstand simulieren zu müssen, damit Au­ßenstehende nichts von der Pleite merken.

So ergeht es der guten Gesellschaft in Carlo Goldonis „Trilogie der schönen Ferienzeit“. In der Inszenierung von Claus Peymann im Berliner Ensemble wirken alle wie Leute von heute, sehen auch so aus, müssen sich allerdings mit ganz anderen Problemen herumschlagen: Vernunftehe, Geldehe, Pflicht statt Neigung – was den jungen Schauspielern reichlich Gelegenheit gibt, schmachtend in den Saal zu blicken, traurig die Stimme zu senken, mit müden Schultern demonstrativ zu leiden. Denn die betuliche, routiniert ablaufende Aufführung ist nicht altersmilde, sondern einfach uninspiriert und sterbenslangweilig. Von wegen „Ja ja, große Klappe und nichts auf dem Konto“, wie einmal einer lästert: Selbst wenn sich bei Goldoni allerlei Luftikusse und Hochstapler in viel zu langen Ferien tummeln, die sie sich gar nicht leisten können – so hausbacken, zäh und peinlich wie Peymanns vierstündige Inszenierung sind sie jedenfalls nicht.

Text: Irene Bazinger

(tip-Bewertung: Uninteressant)

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