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Ulli Lommels USA-Revue „Fucking Liberty!“ an der Volksbühne

FuckingLibertyImmerhin die sauber knallende kleine Band, die am Ende Devos „Mongoloid“ mir dem nötigen Schuss Wahnsinn spielt, und das Wiedersehen mit alten Helden wie Kathrin Angerer und Bernhard Schütz trösten einen über die leerlaufende Eitelkeit und die flachen Witze hinweg, mit denen einem Ulli Lommel in seiner USA-Egozentrik-Revue „Fucking Liberty!“ gute (beziehungsweise schlechte) zwei Stunden lang in der Volksbühne auf die Nerven fällt. Bei der Aufführung handelt es sich um einen eher trostlosen Fall von Rest-Ruhm-Verwertung.

Lommel, heute ein zerknittertes Männchen Ende 60, hat eine Menge erlebt und war öfter beneidenswert zielsicher zur rechten Zeit am rechten Ort: in den frühen 70ern Schauspieler bei Fassbinder, im New York der späten 70er, frühen 80er Stammgast in Andy Warhols Factory und im Studio 54, später in Los Angeles Regisseur und Produzent obskurer Trash-Filme. Aber davon zu plaudern und diverse Monroe-, Supremes- oder Harpo-Marx-Doubles auftreten zu lassen, macht trotz der lustigen 3D-Film-Einspielungen noch keinen Theaterabend.    

Text: Peter Laudenbach
Foto:
Lenore Blievernicht
tip-Bewertung: Zwiespältig

Fucking Liberty! zum letzten Mal am So 2.6., 19.30 Uhr
Volksbühne,
Karten-Tel. 240 65 777

 

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