Theater

Constanza Macras: „Oedipus Rex“ im HAU

OEDIPUS
Für ihr Debüt als Opernregisseurin hat sich Constanza Macras einen schweren Brocken vorgenommen: Igor Strawinskys Opernoratorium „Oedipus Rex“ von 1927, in lateinischer Sprache nach dem antiken Drama des Sophokles. Partner ihrer Company Dorky Park sind dabei die Dresdner Philharmonie und der exzellente Dresdner Kammerchor. Premiere war im November im Festspielhaus Hellerau, jetzt kommt die Produktion ins HAU.
Unter einer Vielzahl herab­hängender Möbelstücke älterer und neuerer Machart um ein übergroßes festlich weißes Frau­engewand setzt Macras mit dem besonderen Bewegungsspiel ihrer Tänzerinnen und Tänzer dem eher archaisch und klar strukturierten musikalischen Geschehen eine Abfolge von Bildern entgegen. So gelingt es ihr über weite Strecken, die Menschheitsgeschichte von echter und falscher Blindheit, von der Furcht davor, was noch alles aus der Vergangenheit aufsteigen könnte, ganz menschlich zu erzählen. Unter den auf und ab sinkenden Gegenständen des Alltäglichen kämpfen die Tänzer mit den Grenzen und Begren­zun­gen ihrer Körperlichkeit. Sie sind mit immensen Kräften selbst bei flüchtigen erotischen Verknotungen bestrebt, sich dem entgegenzustellen, was sie herunterzieht, wir erleben eine Abfolge von Fällen über die Unvermeidbarkeit des Fallens.
Das Musik- und Tanztheater von Constanza Macras spielt in einem Labyrinth aus Verstri­ckun­gen, mögen sie den darin Irrenden bewusst oder unbewusst sein. Aber immer sind es ja scheinbar Mächte, die vorherbestimmen, was gar zu gerne ausgeführt wird, um es dann zu verdrängen.

Text: Boris Michael Gruhl
Fotogalerie: Thomas Aurin

Termine: Oedipus Rex
im HAU 1, Fr 12.3., Sa 13.3., Mo 15.3., Di 16.3., 19.30 Uhr

THEATER UND BÜHNE IN BERLIN VON A BIS Z

Mehr über Cookies erfahren